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	<title>Kiez und Kneipe &#187; rsp</title>
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	<description>Lokalzeitung und Wirtschaftsblatt</description>
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		<title>Cartoon zum Anziehen</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 17:57:24 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[50-jähriger Punk]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit fast zwei Jahren – genauer gesagt seit 22 Monaten – erscheinen regelmäßig die Erlebnisse des 50-jährigen Punks in der Kiez und Kneipe. Sein Schöpfer Bert Henning, Inhaber des Comic­ladens »Grober Unfug« und selbst in ähnlichen Altersregionen unterwegs, nimmt dieses Fast-schon-Jubiläum zum Anlass, sich bei seinen Lesern zu bedanken, und spendet einen Stapel T-Shirts mit nebenstehendem Motiv für die treuesten Fans des 50-jährigen Punks.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="font-variant:small-caps">Kiez und Kneipe</span> verlost Punk-T-Shirts</h2>
<p><a rel="lightbox" href="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2011/09/T-ShirtPunk-web.jpg"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2011/09/T-ShirtPunk-web-278x300.jpg" alt="" title="T-ShirtPunk-web" width="278" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-1797" /></a></p>
<p>Seit fast zwei Jahren – genauer gesagt seit 22 Monaten – erscheinen regelmäßig die Erlebnisse des 50-jährigen Punks in der <span style="font-variant:small-caps">Kiez und Kneipe</span>. Sein Schöpfer <a href="http://bert-henning-comics.blogspot.com/">Bert Henning</a>, Inhaber des Comic­ladens <a href="http://www.groberunfug.de/">»Grober Unfug«</a> und selbst in ähnlichen Altersregionen unterwegs, nimmt dieses Fast-schon-Jubiläum zum Anlass, sich bei seinen Lesern zu bedanken, und spendet einen Stapel T-Shirts mit nebenstehendem Motiv für die treuesten Fans des 50-jährigen Punks. Wer uns bis Ende September eine Postkarte schickt, auf der der Satz »Ich brauche unbedingt ein T-Shirt vom 50-jährigen Punk, weil&#8230;« vervollständigt ist, hat gute Chancen, eines von jeweils fünf Frauen- bzw. Männer-T-Shirts zu gewinnen. Alternativ nehmen wir Eure Antworten auch unter <a href="mailto:punk@kiezundkneipe.de">punk@kiezundkneipe.de</a><br />
entgegen. Dabei sollte auch die Angabe der eigenen Adresse und der gewünschten T-Shirt-Größe nicht fehlen. Die kreativsten Antworten werden dann im Oktober in der KuK veröffentlich. Wie es sich für ein anständiges Preisausschreiben gehört, ist der Rechtsweg natürlich ausgeschlossen. Die Anschrift für Einsendungen lautet: </p>
<p>Kiez und Kneipe<br />
Fürbringerstr. 6<br />
10961 Berlin</p>
<p><strong>Einsendeschluss ist der 28.9.2011!</strong></p>
 <p><a href="http://www.kiezundkneipe.de/?flattrss_redirect&amp;id=1795&amp;md5=a406b649ef123190a8700fd4e47d881a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Kann das alles rechtens sein?&#8221;</title>
		<link>http://www.kiezundkneipe.de/artikel/kann-das-alles-rechtens-sein</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Dec 2010 13:38:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rsp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kiez]]></category>
		<category><![CDATA[Gentrifizierung]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Verzweiflung vieler Menschen ist groß. Die Bewohner der Willibald-Alexis-Straße 34 sehen ihre Hausgemeinschaft und ihre Wohnexistenz durch einen neuen Eigentümer bedroht. In einem Offenen Brief wollen sie den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit auf ihre Probleme aufmerksam machen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Bewohner der Willibald-Alexis-Straße 34 wenden sich an den Regierenden</h2>
<p>Die Verzweiflung vieler Menschen ist groß. Die Bewohner der Willibald-Alexis-Straße 34 sehen ihre Hausgemeinschaft und ihre Wohnexistenz durch einen neuen Eigentümer bedroht. In einem Offenen Brief wollen sie den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit auf ihre Probleme aufmerksam machen.</p>
<p><a href='http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/12/Willibald-Alexis-Str.-34.pdf'>Hier können Sie den Brief in voller Länge lesen (PDF-Datei).</a></p>
 <p><a href="http://www.kiezundkneipe.de/?flattrss_redirect&amp;id=1689&amp;md5=b456ce0a5cb42035811d5784fc2ce0e8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Rettung in letzter Sekunde</title>
		<link>http://www.kiezundkneipe.de/artikel/rettung-in-letzter-sekunde</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 12:29:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rsp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was ist der Unterschied zwischen Gothics und Emos? Welche Musik hören Skater? Und wie ist das mit der Jugendkriminalität? Fragen wie diese sind es, die sich hevorragend im Archiv der Jugendkulturen in der Fidicinstraße klären lassen – vorausgesetzt, man ist bereit, sich durch den riesigen Berg von rund 8.000 Büchern, 30.000 Fanzines, 8.000 Schülerzeitungen und 480 Diplomarbeiten zu wühlen. In zwölfeinhalb Jahren ist hier die wahrscheinlich umfangreichste Sammlung zum Thema Jugendkultur entstanden und kann von jedermann kostenlos für Recherchen genutzt werden.
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			<content:encoded><![CDATA[<h2>Archiv der Jugendkulturen geht stiften</h2>
<p>Was ist der Unterschied zwischen Gothics und Emos? Welche Musik hören Skater? Und wie ist das mit der Jugendkriminalität? Fragen wie diese sind es, die sich hevorragend im Archiv der Jugendkulturen in der Fidicinstraße klären lassen – vorausgesetzt, man ist bereit, sich durch den riesigen Berg von rund 8.000 Büchern, 30.000 Fanzines, 8.000 Schülerzeitungen und 480 Diplomarbeiten zu wühlen. In zwölfeinhalb Jahren ist hier die wahrscheinlich umfangreichste Sammlung zum Thema Jugendkultur entstanden und kann von jedermann kostenlos für Recherchen genutzt werden.</p>
<div id="attachment_1645" class="wp-caption alignright" style="width: 302px;"><a rel="lightbox[adj]" title="Archivgründer Klaus Farin inmitten der Zeitschriftensammlung.<br />
Foto: rsp" href="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/11/ArchivDerJugendkulturen1_IMG_7097.jpg"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/11/ArchivDerJugendkulturen1_IMG_7097-300x198.jpg" alt="" title="Archiv der Jugendkulturen, Klaus Farin" width="300" height="198" class="size-medium wp-image-1645" /></a>Archivgründer Klaus Farin inmitten der Zeitschriftensammlung. <span class="alignright">Foto: rsp</span></div>
<p>Doch obwohl das als Verein geführte Projekt seit Jahren auch einen wichtigen Beitrag für die Forschung leistet und bereits mehrfach für seine Schulprojekte ausgezeichnet wurde, muss es ohne einen Cent Regelförderung auskommen. Nach Bundesfamilienministerin Schröder hat zuletzt auch Bildungssenator Zöllner eine Förderung der Einrichtung abgelehnt. Die laufenden Kosten werden aus Spenden von Mitgliedern, einzelnen Förderern und den Einnahmen des eigenen Buchverlags mehr schlecht als recht getragen, die meisten Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich. Zu Ende Oktober stand deshalb die Entscheidung an, ob man den Mietvertrag verlängert oder das Projekt aufgibt. </p>
<p>Bereits vor einigen Monaten hatte der Verein daher die Gründung einer Stiftung beschlossen. Ziel war es, bis zum 31. Oktober die Stiftungssumme von 100.000 Euro zusammenzubekommen.</p>
<p>Dank der Spendenbereitschaft von Wissenschaftlern, Privatpersonen, Bundestagsabgeordneten aber auch 15-jährigen Schülern und Jugendclubs kamen bis zum Stichtag immerhin knapp 94.000 Euro zusammen. Damit wird es auf jeden Fall weitergehen, so Klaus Farin, Gründer des Archivs. Trotzdem darf natürlich weitergespendet werden. Denn wenn mehr als 100.000 Euro zusammenkommen, hat er auch schon Pläne.</p>
<p>»Wir bekommen ständig Anfragen von Leuten, die ein Freiwilliges Soziales Jahr machen wollen, können uns das aber momentan nicht leisten«, erklärt Farin. Mit dem Geld könnte das Archiv einen FSJ-Platz einrichten.</p>
<p>Sinn der Stiftungsgründung ist vor allem, in Zukunft einfacher an Fördergelder zu kommen, denn die Gesetzgebung erlaubt es, Spenden an Stiftungen einfacher steuerlich abzusetzen. Darüberhinaus genießen Stiftungen aufgrund ihrer Rechtsform ein relativ hohes Ansehen, da Spender sich sicher sein können, dass keine Gelder veruntreut werden.</p>
<div id="attachment_1646" class="wp-caption alignleft" style="width: 302px;"><a rel="lightbox[adj]" title="Viel zu forschen: Meterweise Literatur zu den vielen Aspekten von Jugendkultur ergänzt die Sammlung von Fanzines und Flyern.<br />
Foto: rsp" href="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/11/ArchivDerJugendkulturen2_IMG_7100.jpg"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/11/ArchivDerJugendkulturen2_IMG_7100-300x199.jpg" alt="" title="Archiv der Jugendkulturen" width="300" height="199" class="size-medium wp-image-1646" /></a>Viel zu forschen: Meterweise Literatur zu den vielen Aspekten von Jugendkultur ergänzt die Sammlung von Fanzines und Flyern. <span class="alignright">Foto: rsp</span></div>
<p>Geld jedenfalls wird das Projekt auch weiterhin benötigen. Denn allein für Miete und Nebenkosten wie Strom und Versicherungen für die 700 Quadratmeter wird monatlich ein Betrag im oberen vierstelligen Bereich fällig.</p>
<p>Neben dem reinen Archivbetrieb, wird in der Fidicinstraße auch selbst zum Thema geforscht. Mit dem »Journal der Jugendkulturen« gibt es eine eigene Fachzeitschrift. Regelmäßig finden in den Räumlichkeiten auch Ausstellungen statt – wie zuletzt die Fotoausstellung »Heimat«, bei der es um Berliner Jugendliche mit verschiedenen kulturellen Hintergründen ging. Darüberhinaus ist das Archiv auch bundesweit unterwegs: Im Rahmen des Projektes »Culture on the Road« werden in Workshops und Projekttagen jugendkulturelle Themen vermittelt. Zielgruppe sind einerseits Schüler, andererseits Lehrer, Sozialarbeiter und Erzieher.</p>
<p><em>Weitere Infos: <a href="http://www.jugendkulturen.de/">www.jugendkulturen.de</a></em></p>
 <p><a href="http://www.kiezundkneipe.de/?flattrss_redirect&amp;id=1644&amp;md5=40a6114d30fbc294460b195ee904182d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wo wärst du heute, wenn die Mauer noch stehen würde?</title>
		<link>http://www.kiezundkneipe.de/artikel/wo-waerst-du-heute-wenn-die-mauer-noch-stehen-wuerd</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 15:39:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vor fast 21 Jahren fiel die Mauer, und 20 Jahre ist die Wiedervereinigung her. Viele Menschen sind in Zeitungen und im Fernsehen zu Wort gekommen und haben erzählt, wie sie die Wende erlebt haben. Wir haben die umgekehrte Frage gestellt: Wie wäre dein Leben verlaufen, wenn die Mauer noch stehen würde? Wo wärst du heute, wenn es noch zwei deutsche Staaten geben würde?
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			<content:encoded><![CDATA[<h2>Neun Kreuzberger fragen sich, wie ihr Leben verlaufen wäre. Erinnerung und Spekulation über ein geteiltes Deutschland</h2>
<p><em>Vor fast 21 Jahren fiel die Mauer, und 20 Jahre ist die Wiedervereinigung her. Viele Menschen sind in Zeitungen und im Fernsehen zu Wort gekommen und haben erzählt, wie sie die Wende erlebt haben. Wir haben die umgekehrte Frage gestellt: Wie wäre dein Leben verlaufen, wenn die Mauer noch stehen würde? Wo wärst du heute, wenn es noch zwei deutsche Staaten geben würde?</em></p>
<div id="attachment_1620" class="wp-caption alignleft" style="width: 172px;"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/10/almut_sw.jpg" alt="" title="Almut Gothe" width="170" height="200" class="size-full wp-image-1620" />Almut Gothe: Noch drei Jahre Dienst bei der NVA. <span class="alignright">Foto: rsp</span></div>
<p>Für <strong>Almut Gothe</strong> ist die Antwort einfach. »Ich wäre noch die nächsten drei Jahre bei der NVA.« Schon mit 14 Jahren hatte sie verkündet, Offizier werden zu wollen. Als 20jährige fing sie an, Militärfinanzen zu studieren und verpflichtete sich für 25 Jahre zum Dienst bei der Armee. Ohne die Wende wäre ihr Lebensweg damit fest vorgezeichnet gewesen. Oder zumindest größtenteils. »Vielleicht würde ich jetzt auch im Knast sitzen, weil ich meine Klappe nicht halten konnte.«</p>
<div id="attachment_1623" class="wp-caption alignright" style="width: 172px;"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/10/heiko_sw.jpg" alt="" title="Heiko Salmon" width="170" height="200" class="size-full wp-image-1623" />Heiko Salmon: »Wäre die Wende nicht gekommen wäre ich Pferdezüchter.« <span class="alignright">Foto: rsp</span></div>
<p>Auch <strong>Heiko Salmon</strong>, glaubte seinen Lebensweg zu kennen. »Ich wäre jetzt Pferdezüchter«, erzählt der gebürtige West-Berliner. Neben seinem Job als Verwaltungsbeamter hatte er damals mit zwei Freunden mit der Pferdezucht begonnen. Nach dem Mauerfall aber brach der Markt zusammen, da das Brandenburger Umland mehr und günstigere Weideflächen bot. Dazu schwand das Interesse des Berliner »Geldadels« am Trabrennen. Auch dass Wehrpflicht jemals ein Thema für ihn sein könnte, hatte er nicht erwartet, bis er Mitte der 90er zur Musterung bestellt wurde.</p>
<div id="attachment_1627" class="wp-caption alignleft" style="width: 172px;"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/10/harald_sw.jpg" alt="" title="Harald Jaenicke" width="170" height="200" class="size-full wp-image-1627" />Harald Jaenicke: Auch kein Jurist, aber schneller. <span class="alignright">Foto: rsp</span></div>
<p><strong>Harald Jaenicke</strong>, Kreuzberger Kellerkneipenkellner, kam dank anwaltlicher Beratung gerade noch so um den Wehrdienst herum. »Ich weiß nicht, ob es viel anders wäre, vermutlich hätte ich mein Jura-Studium drei Jahre früher abgebrochen«, sagt er. Das Interesse vieler Studenten aus den neuen Bundesländern an einem Studium an der FU sorgte für einen höheren NC und damit für Wartezeit für Harald. »Ich bin ein typisches West-Berliner Kiezkind, aber wahrscheinlich könnte ich mir die Wohnung in Schöneberg nicht mehr leisten.«</p>
<div id="attachment_1629" class="wp-caption alignright" style="width: 172px;"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/10/iris_sw.jpg" alt="" title="Iris Praefke" width="170" height="200" class="size-full wp-image-1629" />Iris Praefke: Vielleicht kein Kino, aber wohl doch was mit Kultur. <span class="alignright">Foto: rsp</span></div>
<p>Für Moviemento-Betreiberin <strong>Iris Praefke</strong> ist die Wende nur ein Faktor von vielen. »Hätte ich nicht zufällig meinen damaligen Freund kennengelernt, hätte ich nie Sozial- und Politikwissenschaften studiert« – was sie durch ein Auslandsstipendium wiederum indirekt zum Kino brachte. In der DDR hätte die Weimarerin aber garantiert nichts politisches studiert. »Wahrscheinlich hätte ich jetzt Kinder und wäre verheiratet. Aber irgendwas kulturelles würde ich wohl schon machen.«</p>
<div id="attachment_1630" class="wp-caption alignleft" style="width: 172px;"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/10/Dominique_sw.jpg" alt="" title="Dominique Croissier" width="170" height="200" class="size-full wp-image-1630" />Dominique Croissier: Zurück in der Provinz mit Kind und Kegel. <span class="alignright">Foto: privat</span></div>
<p><strong>Dominique Croissier</strong> kam schon vor dem Mauerfall her und wäre wohl irgendwann wieder nach Heidelberg zurückgegangen. »West-Berlin war groß aber piefig. Da gab‘s zwar Kreuzberg, aber das war wie ein Dorf.« Als die Mauer weg war, gab es in Ost-Berlin einen gefühlt rechtsfreien Raum, in dem man ein Vakuum besetzten konnte – in Dominiques Fall einen ehemaligen Friseurladen, in dem sie mit ein paar Freunden einen angesagten Club aufmachte.  »Ansonsten wäre ich wohl einfach in der Provinz versackt, mit einem ekligen Mann verheiratet, und hätte aus Verzweiflung Kinder bekommen, die wie Opossums an mir hängen würden.«</p>
<div id="attachment_1631" class="wp-caption alignright" style="width: 172px;"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/10/Chen.jpg" alt="" title="Chen Castello" width="170" height="200" class="size-full wp-image-1631" />Chen Castello: »Wäre die Mauer nicht gefallen, wäre ich heute vielleicht tot.« <span class="alignright">Foto: psk</span></div>
<p>»Vielleicht würde ich dann gar nicht mehr leben«, meint <strong>Chen Castello</strong> nachdenklich. 1985 war er wegen des Bürgerkriegs aus seinem Heimatland Mozambique in die DDR geflüchtet und hatte dort im sächsischen Seifhennersdorf einen vierjährigen Arbeitsvertrag erhalten, der 1989 auslief. Ihm drohte die Rückführung und erneute Verfolgung. Ein befreundeter tschechischer Grenzbeamter wollte ihm zur Flucht durch die ČSSR nach Österreich verhelfen. Doch dann fiel die Mauer.</p>
<div id="attachment_1632" class="wp-caption alignleft" style="width: 172px;"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/10/silke_sw.jpg" alt="" title="Silke Walter" width="170" height="200" class="size-full wp-image-1632" />Silke Walter: Markenmanagerin in Berlin statt Kunstlehrerin in der Provinz. <span class="alignright">Foto: privat</span></div>
<p>Wäre die Mauer noch da, so würde <strong>Silke Walter</strong> heute als Englischlehrerin und Kunsterzieherin an einem Gymnasium in einer sächsischen Kleinstadt unterrichten. Wahrscheinlich hätte sie einen Ehemann und zwei Kinder, ihr Leben wäre in ruhiger Bahn verlaufen. Mit dem Fall der Mauer aber hat sich alles geändert. Sie machte Karriere in Berlin in einem internationalen Konzern als Marketingmanagerin und unterrichtet heute als Hochschuldozentin in Sachsen und Berlin ihr Fach Marketing.</p>
<div id="attachment_1634" class="wp-caption alignright" style="width: 172px;"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/10/Joachim_sw.jpg" alt="" title="Joachim Mühle" width="170" height="200" class="size-full wp-image-1634" />Joachim Mühle: Gedenkstätte statt Gaststätte. <span class="alignright">Foto: rsp</span></div>
<p>»In der Gastronomie wäre ich eher nicht gelandet«, überlegt <strong>Joachim Mühle</strong>, Chef des Valentin. Er vermutet, dass er stattdessen ein gutes Auskommen im öffentlichen Dienst oder bei einem freien Träger in West-Berlin hätte. Als Diplom-Politologe suchte er nach dem Abschluss 1993 nach einem Job in einer antifaschistischen Gedenkstätte – aber da gab es 250 Bewerber, teils bereits promovierte Experten aus der DDR.</p>
<div id="attachment_1635" class="wp-caption alignleft" style="width: 172px;"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/10/Claudia.jpg" alt="" title="Claudia Bombach" width="170" height="200" class="size-full wp-image-1635" />Claudia Bombach:  Keine Souvenirstände am Potsdamer Platz mehr. <span class="alignright">Foto: psk</span></div>
<p>»Ich bin fast ein bisschen erschrocken, als ich über die Frage nachgedacht habe«, meint <strong>Claudia Bombach</strong>.  Bei ihr hätte sich ohne den Mauerfall so gut wie nichts geändert. Als Stadtführerin würden ihre Touren heute noch an den Souvenirständen am Potsdamer Platz enden und ein Highlight der Tour wäre noch immer das Schöneberger Rathaus. »Ach, ja und die Mieten in Kreuzberg wären billiger.« </p>
<p class="author"><a href="http://www.kiezundkneipe.de/artikel/author/cs/" title="Artikel von cs">cs</a></p>
<p class="author"><a href="http://www.kiezundkneipe.de/artikel/author/psk/" title="Artikel von psk">psk</a></p>
<p class="author"><a href="http://www.kiezundkneipe.de/artikel/author/ro/" title="Artikel von ro">ro</a></p>
 <p><a href="http://www.kiezundkneipe.de/?flattrss_redirect&amp;id=1618&amp;md5=f0865d95e2217983cdc37963d7059e8a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Heiter bis wolkig</title>
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		<pubDate>Sun, 02 May 2010 16:10:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Noch wenige Tage vor dem 1. Mai waren die Medien geprägt von übelsten Befürchtungen zum Verlauf der Kreuzberger Maifeierlichkeiten. Doch trotz Schwarzmalerei im Vorfeld verlief die Traditionsveranstaltung bis auf einige wenige Scharmützel weitgehend friedlich. 
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			<content:encoded><![CDATA[<h2>1. Mai in Kreuzberg verlief weitgehend friedlich</h2>
<div id="attachment_1560" class="wp-caption alignright" style="width: 302px;"><a rel="lightbox[mai]" title="Ein ruhiger 1. Mai – wer wünscht sich das nicht?<br />
Foto: rsp" href="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/05/mai_frau_kind_ohrenschützer.jpg"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/05/mai_frau_kind_ohrenschützer-300x300.jpg" alt="Frau mit kleinem Kind auf dem Arm, das Ohrenschützer trägt" title="mai_frau_kind_ohrenschützer" width="300" height="300" class="size-medium wp-image-1560" /></a>Ein ruhiger 1. Mai – wer wünscht sich das nicht? <span class="alignright">Foto: rsp</span></div>
<p>Noch wenige Tage vor dem 1. Mai waren die Medien geprägt von übelsten Befürchtungen zum Verlauf der Kreuzberger Maifeierlichkeiten. Doch trotz Schwarzmalerei im Vorfeld verlief die Traditionsveranstaltung bis auf einige wenige Scharmützel weitgehend friedlich. </p>
<p>Dazu trug sicher auch die gelöste Stimmung nach dem erfolgreich verhinderten Nazi-Aufmarsch in Prenzlauer Berg bei. Linke Gegendemonstranten hatten am Nachmittag, teilweise gewissermaßen gemeinsam mit der Polizei, die Straßen blockiert, so dass die Rechtsextremisten ihre Route auf rund 800 Meter verkürzen mussten. Im Kreuzberger MyFest-Gebiet rund um den Mariannenplatz wurde derweil kräftig gefeiert und gebechert – im wahren Sinne des Wortes, denn das Glasflaschenverkaufsverbot des Bezirks (KuK berichtete im April) wurde relativ konsequent durchgesetzt. Selbst die Aral-Tankstelle in der Skalitzer Straße musste ihr Sortiment kurzfristig auf Bier in Plastikflaschen umstellen – offiziell über das Verkaufsverbot informiert wurde Tankstellenpächter Thomas Kalweit erst am Morgen des 1. Mai.</p>
<p>Nicht ungetrübt war die Veranstaltung auch für die Organisatoren des »Netzwerk MyFest«. Nach Angaben der Initiative, die seit 2003 das MyFest organisiert, wurde der Etat für Bühnen durch den Bezirk gekürzt, so dass die ursprünglich geplante Rockbühne am Oranienplatz kurzfristig abgesagt wurde. Die Finanzierung notwendiger Sicherheitsmaßnahmen wäre auch mit Erlösen aus Getränkeausschank nicht gewährleistet gewesen.</p>
<h2>Räuber und Gendarm</h2>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 302px;"><object width="300" height="245"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/C31AmmbiXEc&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/C31AmmbiXEc&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="300" height="245"></embed></object>Für einige Aufregung sorgte dieses youtube-Video</div>
<p>Zu kleineren Reibereien zwischen Polizei und Demonstranten kam es im Zuge der traditionellen 18-Uhr-Demo. Für einige Aufregung sorgte allerdings eine im Laufe des Abends beim Video­portal youtube veröffentlichte Aufnahme, die zeigt, wie ein Demonstrant am Spreewaldplatz von einem Polizisten ins Gesicht getreten wird. Erfreulicherweise hat die Polizei noch am Abend mit internen Ermittlungen begonnen. </p>
<p>Doch auch die Polizei hat mindestens einen schwerverletzten Beamten zu beklagen, der allerdings nicht, wie es zunächst hieß, mit einem Messer in den Rücken gestochen wurde.</p>
<div id="attachment_1554" class="wp-caption alignright" style="width: 302px;"><a rel="lightbox[mai]" title="Nachts um drei kam es nur noch zu den üblichen Rangeleien.<br />
Foto: rsp" href="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/05/mai_rangeleien.jpg"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/05/mai_rangeleien-300x220.jpg" alt="Rangeleien mit der Polizei" title="mai_rangeleien" width="300" height="220" class="size-medium wp-image-1554" /></a>Nachts um drei kam es nur noch zu den üblichen Rangeleien. <span class="alignright">Foto: rsp</span></div>
<p>Spätestens als gegen 22 Uhr Regen einsetzte, war der größte Teil des Krawalls vorbei, vermutlich auch, da zahlreiche potentiell Beteiligte den Heimweg antraten. Erst einige Stunden später kam es in der Adalbertstraße noch zu den üblichen »Räuber-und-Gendarm«-Spielchen. Ausgehend von einigen wenigen amüsierwilligen Krawallmachern, die mitgebrachte Feuerwerkskörper und herumliegenden Müll entzündeten, sahen sich die Ordnungshüter schließlich genötigt, die Straße gegen 4 Uhr morgens komplett zu räumen. </p>
<p>Beste Gelegenheit für die BSR, den gesammelten Müll eines rauschenden Festes von den Straßen zu schaffen. Der bestand – insofern ging die Rechnung des Bezirks auf – tatsächlich kaum aus Glasscherben sondern zum größten Teil aus Plastikbechern. </p>
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		<title>Ordnungsrechtliche Kleinkrämerei</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Apr 2010 19:25:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rsp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Seit Jahren ist Kreuzberg alljährlich Schauplatz von Randale und Krawall. Jetzt hat das Bezirksamt den Übeltäter ausfindig gemacht: Alkohol, vor allem in Flaschen. Zweifellos enthemmt Alkohol, und zweifellos fliegen im Zuge der Konfrontationen mit der Polizei leere Flaschen oder meinetwegen auch volle Dosen. Und ja, der 1. Mai ist ein gesetzlicher Feiertag, an dem die <a href="http://www.kiezundkneipe.de/artikel/ordnungsrechtliche-kleinkraemerei">(...)</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Jahren ist Kreuzberg alljährlich Schauplatz von Randale und Krawall. Jetzt hat das Bezirksamt den Übeltäter ausfindig gemacht: Alkohol, vor allem in Flaschen. Zweifellos enthemmt Alkohol, und zweifellos fliegen im Zuge der Konfrontationen mit der Polizei leere Flaschen oder meinetwegen auch volle Dosen. Und ja, der 1. Mai ist ein gesetzlicher Feiertag, an dem die Ladenöffnungszeiten per Gesetz eingeschränkt sind. Aber ein Straßenfest lebt auch und gerade von seiner Stellung als Ausnahmezustand: Wo sonst Autos fahren stehen Bühnen, und am Straßenrand gibt es Stände, und da gibt es dann eben auch – einmal im Jahr – Bier zu kaufen. Wenn jetzt das Bezirksamt durch ordnungsrechtliche Kleinkrämerei versucht, die Problematik des 1. Mais zu lösen, dann ist das vor allem eine Bankrotterklärung, die auch die trifft, die einfach friedlich feiern wollen und ihr Bier lieber trinken als es zu werfen.</p>
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		<title>Alkoholfrei in den Mai</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Apr 2010 19:14:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rsp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer am Morgen eines 2. Mais zwischen Mariannenplatz und Kotti durch die Straßen von Kreuzberg 36 schlendert, darf sich auf das Durchwaten etlicher Scherbenhaufen gefasst machen. Wenn es nach dem Bezirksamt geht, soll sich das dieses Jahr ändern.
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			<content:encoded><![CDATA[<h2>Bezirksamt verhängt Verkaufsverbot für Glasflaschen</h2>
<p>Wer am Morgen eines 2. Mais zwischen Mariannenplatz und Kotti durch die Straßen von Kreuzberg 36 schlendert, darf sich auf das Durchwaten etlicher Scherbenhaufen gefasst machen. Wenn es nach dem Bezirksamt geht, soll sich das dieses Jahr ändern.</p>
<div id="attachment_1533" class="wp-caption alignleft" style="width: 302px;"><a href="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/04/erstermai-flaschensammler.jpg" rel="lightbox[1532]"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/04/erstermai-flaschensammler-300x205.jpg" alt="" title="Bald arbeitslos? (Glas-)Flaschensammler auf dem Mariannenplatz<br />
Foto: rsp" width="300" height="205" class="size-medium wp-image-1533" /></a>Bald arbeitslos? (Glas-)Flaschensammler auf dem Mariannenplatz <span class="alignright">Foto: rsp</span></div>
<p>In einem im Internet veröffentlichten <a href="http://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/verwaltung/org/bzbmbuero/myfest/index.html">Schreiben</a> teilte man Mitte März den Anwohnern und ansässigen Gewerbetreibenden mit, dass dieses Jahr ein umfassendes Verkaufsverbot für Glasflaschen und Getränkedosen bestehe. Darüber hinaus dürfe an Anwohnerständen kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden, auch nicht in Pappbechern. Auch wolle man die ohnehin bestehenden gesetzlichen Regelungen zu Ladenöffnungszeiten konsequent verfolgen. Im Klartext heißt das, dass Kiosk- und Spätkaufbesitzer ihre Geschäfte nicht öffnen dürfen und auch Dönerläden und Kneipen der Außer-Haus-Verkauf von Glasflaschen untersagt ist.</p>
<p>Begründet wird das Verkaufsverbot mit der Unfallgefahr, aber auch mit der besonderen Eignung von herumliegenden Flaschen als Wurfgeschoss bei den alljährlichen Randalen. Und »auch gefüllte Dosen«, so der stellvertretende Bezirksbürgermeister Dr. Peter Beckers, »sind Wurfgeschosse.«</p>
<p>Mit Vorgaben oder Vorschlägen der Polizei habe die neue Regelung nichts zu tun, vielmehr handle es sich Ideen der MyFest-Organisatoren, erklärte Beckers weiter. Betroffen ist das gesamte Areal zwischen Mariannenplatz, Oranienplatz und Skalitzer Straße.</p>
<p>Eben dort, Skalitzer Ecke Mariannenstraße, befindet sich der Getränkehändler, der am 1. Mai vermutlich den größten Umsatz erwirtschaftet: Die Aral-Tankstelle von Thomas Kalweit. Laut Beckers soll das Flaschenverkaufsverbot auch hier gelten.</p>
<h2>Glasflaschenverkaufsverbot soll auch für Tankstelle gelten</h2>
<p>Für Thomas Kalweit würde ein Verkaufsverbot einen Umsatzausfall von 40.000 Euro bedeuten, immerhin mehr als ein Viertel des MyFest-Etats. Bescheid gesagt hat ihm indessen noch niemand. »Da kann man mir auch nicht mit Staatsraison kommen«, sagt der Aral-Pächter, der der Angelegenheit aber gelassen entgegensieht und auch auf die Lobby seiner ‚Company‘ vertraut.</p>
<p>Das mit der Regelung einhergehende faktische Alkoholverkaufsverbot hält er selbst für keine gute Idee: »Solange die immer noch ihren Alkohol kriegen, sind sie friedlich.«</p>
<p>Wenn er wirklich kein Bier verkaufen darf, wird er seine Tankstelle am 1. Mai einfach schließen. Das wäre ärgerlich für die Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdienst, dient ihnen doch die Tankstelle traditionell auch als eine Art Knotenpunkt und Rückzugsort.</p>
<p>Noch ist nicht hundertprozentig sicher, ob sich das Flaschenverbot tatsächlich auch auf die Aral-Tankstelle bezieht, und Kalweit will erst einmal abwarten, bis er direkt vom Ordnungsamt angesprochen wird. Fest steht aber schon jetzt, dass das Vorhaben des Bezirksamts in der Umsetzung nicht unproblematisch sein wird. Das Mitbringen von Flaschen in die ‚Bannmeile‘ ist nicht verboten, folglich wird es auch keine Taschenkon­trollen geben, die, wie es hieß, ohnehin nicht politisch gewünscht seien. So dürfte es, was den Alkoholkonsum aber auch die Anzahl potentieller »Wurfgeschosse« angeht, kaum einen Unterschied zu den Vorjahren geben, in denen teilweise sogar noch Mehrweg-Flaschen zum Zwecke der Müllvermeidung propagiert wurden.</p>
<p>Für Kalweit, aber vor allem auch die vielen kleinen Geschäfte in der Festzone werden die Umsatzeinbußen sicher spürbar sein. Profitieren werden höchstens die Betreiber der wenigen Alkohol ausschenkenden Stände, die in der Nähe von Bühnen genehmigt werden. Abzuwarten bleibt, wie die Besucher angesichts der Mangelsituation reagieren. Ob Alkoholentzug bei den Feierwilligen zur guten Laune beiträgt, ist wohl eher ungewiss.</p>
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		<title>Protest, Polizeipräsenz und Party</title>
		<link>http://www.kiezundkneipe.de/artikel/protest-polizeipraesenz-und-party</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 13:12:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rsp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kiez]]></category>
		<category><![CDATA[1. Mai]]></category>
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		<category><![CDATA[Prof. Dr. Klaus Hoffmann-Holland]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Auseinandersetzung mit den alljährlichen Geschehnissen am 1. Mai in Kreuzberg wird seit jeher sehr emotional geführt. Jetzt hat sich ein Forschungsteam der FU Berlin wissenschaftlich mit dem Phänomen auseinandergesetzt. Die Wissenschaftler um den Strafrechtler Prof. Dr. Klaus Hoffmann-Holland haben einen ersten Forschungsbericht veröffentlicht, der die Gewalthandlungen aus kriminologischer Sicht analysiert.

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			<content:encoded><![CDATA[<h2>Wissenschaftliche Studie zum 1. Mai in Kreuzberg veröffentlicht</h2>
<p>Die Auseinandersetzung mit den alljährlichen Geschehnissen am 1. Mai in Kreuzberg wird seit jeher sehr emotional geführt. Jetzt hat sich ein Forschungsteam der FU Berlin wissenschaftlich mit dem Phänomen auseinandergesetzt. Die Wissenschaftler um den Strafrechtler Prof. Dr. Klaus Hoffmann-Holland haben einen ersten Forschungsbericht veröffentlicht, der die Gewalthandlungen aus kriminologischer Sicht analysiert.</p>
<p>Grundlage für die Studie waren Strafakten der Berliner Justiz zum 1. Mai 2009, Interviews mit Besuchern und Beteiligten sowie die Auswertung von Weblogs.</p>
<p>Ein Fazit der Studie ist die Erkenntnis, dass es sich bei den Ereignissen um »ein komplexes soziales Geschehen« handelt, dass »von den verschiedenen Akteuren sehr unterschiedlich gedeutet wird«. Denn selbst die Gruppe der Teilnehmer der traditionellen 18-Uhr-Demo, der das Hauptaugenmerk der Forscher galt, ist mitnichten homogen und hat teilweise sehr widersprüchliche Wahrnehmungen von den gleichen Abläufen. Dies zeigt etwa die Rekon-struktion der Geschehnisse entlang der Demo-Route. Wer wann wen provoziert oder angegriffen hat, was zuerst war, Festnahmen durch die Polizei oder Flaschenwürfe – all das ist selbst unter Demonstrationsteilnehmern bestenfalls unklar.</p>
<p>Ganz grob unterschieden werden drei Gruppen von teilnehmenden Privatpersonen: Diejenigen, die grundsätzlichen politischen Protest zum Ausdruck bringen wollen, diejenigen, die sich vor allem gegen die Polizeipräsenz wenden, und die, für die das »aufregende Erlebnis« im Vordergrund steht.</p>
<p>Erwartungsgemäß viel Raum nimmt die Beschäftigung mit der Wahrnehmung des Verhaltens der Polizei durch  MyFest-Besucher und Demonstranten ein.</p>
<h2>Katz-und-Mausspiel mit vielen Akteuren</h2>
<p>Während ein Teil der Beobachter das Verhalten der Polizei als einschüchternd und bedrohlich wahrnimmt, halten andere es für professionell und routiniert. Von manchen wiederum wird die bloße Präsenz der Polizei als Provokation begriffen und entsprechend reagiert.</p>
<div id="attachment_1519" class="wp-caption alignright" style="width: 302px;"><a href="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/03/erstermai.jpg" rel="lightbox" title="Einschüchtern und bedrohlich oder professionell und routiniert? Polizeieinsatz am 1. Mai.<br />
Foto: rsp"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2010/03/erstermai-300x200.jpg" alt="Einschüchtern und bedrohlich oder professionell und routiniert? Polizeieinsatz am 1. Mai. Foto: rsp" title="Einschüchtern und bedrohlich oder professionell und routiniert? Polizeieinsatz am 1. Mai. Foto: rsp" width="300" height="200" class="size-medium wp-image-1519" /></a>Einschüchtern und bedrohlich oder professionell und routiniert? Polizeieinsatz am 1. Mai. <span class="alignright">Foto: rsp</span></div>
<p>Interessant sind auch die Analysen der Wissenschaftler zum weiteren Verlauf des Abends gegen Ende der eigentlichen Demonstration am Kottbusser Tor. Übereinstimmend wird die Situation als chaotisch und unübersichtlich beschrieben. Vielfach wird der Ritualcharakter der Auseinandersetzungen mit der Polizei betont, die von vielen als »Katz-und-Mausspiel« oder als »Sportveranstaltung« gesehen wird. Zunehmend verschwimmen dabei auch die Grenzen zwischen Zuschauern und Beteiligten.</p>
<p>Immer wieder steht dabei auch die Gewaltbereitschaft der Polizei im Fokus der Beobachtungen der Interviewten und Blogger. Häufig wird das Verhalten der Beamten als überzogen kritisiert, auch wenn selbst direkt involvierte gelegentlich Verständnis für »die Bullen« mitbringen und auch übertriebene Gewaltbereitschaft in den eigenen Reihen eingestehen.</p>
<p>Deutlich zeigt die Studie in einer umfangreichen Auswertung der Strafanzeigen aber auch, dass die in den Medien genannten Zahlen von Gewalttätern mit einiger Vorsicht zu genießen sind.</p>
<p>Indessen machen die Forscher in ihrem Bericht keine konkreten Vorschläge zur Prävention. Das war allerdings auch nicht die Aufgabenstellung. Vielmehr ging es um ein grundsätzliches Verstehen der Akteure und Zusammenhänge. Weitere Erkenntnisse könnten sich nach Ansicht der Autoren der Studie etwa durch qualitative Interviews mit beteiligten Polizisten ergeben – und durch Erhebungen zu Strafanzeigen wegen Körperverletzung im Amt.</p>
<p>Weitere Informationen sowie der ausführliche Bericht finden sich auf der Webseite des Lehrstuhls unter: <a href="http://www.fu-berlin.de/maistudie">fu-berlin.de/maistudie</a></p>
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		<title>Die KuK-Drucker</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Dec 2009 18:47:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rsp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Bogenoffset]]></category>
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		<category><![CDATA[Druckerei]]></category>
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		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Schlesische Straße]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Kriebel]]></category>
		<category><![CDATA[Uli Sattler]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungsdruck]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist nicht wenig Arbeit, eine Zeitung wie die Kiez und Kneipe zu machen. Artikel müssen recherchiert und geschrieben werden, Fotos müssen gemacht werden, Anzeigen müssen akquiriert werden, und dann muss die ganze Angelegenheit auch noch umbrochen, also in eine Form gegossen werden, die nach Zeitung aussieht. Doch wenn sich die Redaktion nach einem erfolgreichen Umbruchwochenende erschöpft zurücklehnt, geht die Arbeit für andere Akteure erst richtig los. Denn was wäre eine Zeitung ohne die Druckerei?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Wie kommt die Kiez und Kneipe eigentlich auf Papier? Wir waren zu Besuch bei unserer Druckerei KOMAG</h2>
<div id="attachment_1492" class="wp-caption alignleft" style="width: 302px;"><a rel="lightbox[komag]" title="Drucker Uli Sattler beim Einspannen der Druckplatte. Trotz Schnellspannvorrichtung ist die Benutzung eines Schraubenschlüssels obligatorisch.<br />
Foto: rsp" href="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2009/12/KOMAG_Platte_einspannen_IMG_4061.jpg"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2009/12/KOMAG_Platte_einspannen_IMG_4061-300x200.jpg" alt="Drucker Uli Sattler beim Einspannen der Druckplatte. Trotz Schnellspannvorrichtung ist die Benutzung eines Schraubenschlüssels obligatorisch. Foto: rsp" title="KOMAG_Platte_einspannen_IMG_4061" width="300" height="200" class="size-medium wp-image-1492" /></a>Drucker Uli Sattler beim Einspannen der Druckplatte. Trotz Schnellspannvorrichtung ist die Benutzung eines Schraubenschlüssels obligatorisch. <span class="alignright">Foto: rsp</span></div>
<p>Es ist nicht wenig Arbeit, eine Zeitung wie die Kiez und Kneipe zu machen. Artikel müssen recherchiert und geschrieben werden, Fotos müssen gemacht werden, Anzeigen müssen akquiriert werden, und dann muss die ganze Angelegenheit auch noch umbrochen, also in eine Form gegossen werden, die nach Zeitung aussieht. Doch wenn sich die Redaktion nach einem erfolgreichen Umbruchwochenende erschöpft zurücklehnt, geht die Arbeit für andere Akteure erst richtig los. Denn was wäre eine Zeitung ohne die Druckerei?</p>
<p>Seit der ersten Ausgabe wird die KuK bei der »Kommunikations- und Marketingagentur GmbH«, kurz KOMAG, in der Schlesischen Straße gedruckt. Der kleine Kreuzberger Betrieb ist seit 1995 im Geschäft und eigentlich auf das Komplettprogramm von Satz, Layout und Druck spezialisiert. Doch auch der Druck alleine ist aufwendig genug.</p>
<div id="attachment_1490" class="wp-caption alignright" style="width: 201px;"><a rel="lightbox[komag]" title="Schwer reißend vom Spachtel zieht sich die ölige Druckfarbe. Ein Pfund reicht für 3000 Zeitungen.<br />
Foto: pi" href="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2009/12/KOMAG_Druckfarbe_IMG_4366.jpg"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2009/12/KOMAG_Druckfarbe_IMG_4366-199x300.jpg" alt="Schwer reißend vom Spachtel zieht sich die ölige Druckfarbe. Ein Pfund reicht für 3000 Zeitungen. Foto: pi" title="KOMAG_Druckfarbe_IMG_4366" width="199" height="300" class="size-medium wp-image-1490" /></a>Schwer reißend vom Spachtel zieht sich die ölige Druckfarbe. Ein Pfund reicht für 3000 Zeitungen. <span class="alignright">Foto: pi</span></div>
<p>Aber der Reihe nach: Wenn die fleißigen Redakteure die Zeitung fertiggestellt haben, laden sie die Druckdatei auf den Server von KOMAG hoch. Früher wurden dort direkt vor Ort Filme hergestellt, von denen die Druckplatten belichtet wurden. Inzwischen bedient man sich eines externen Dienstleisters, der die nicht einmal einen Millimeter starken Metallbleche direkt und ohne Umweg aus der Datei erzeugt.</p>
<p>Gedruckt wird die KuK im Bogenoffset-Druckverfahren. Dazu verfügt die Druckplatte über eine spezielle Beschichtung, die die Eigenschaft hat, dass die aufgetragene Druckfarbe nur an bestimmten Stellen haftet, denjenigen Stellen nämlich, an denen später Buchstaben auf dem Papier landen sollen. Mit dieser Druckplatte, die um eine Walze herum eingespannt ist, wird nicht direkt auf Papier gedruckt, sondern zunächst auf eine Gummiwalze, die die Farbe aufnimmt und wiederum an das Papier abgibt. Im Unterschied zum Rollenoffset, der bei »großen« Zeitungen Verwendung findet, wird nicht auf Papier von der Rolle, sondern auf Einzelblätter gedruckt. Das Einzelblatt hat allerdings  DIN-A2-Format und entspricht 8 Seiten Kiez und Kneipe.</p>
<p>Bei KOMAG stehen gleich zwei Druckmaschinen für Offsetdruck, die zwar kleiner als ihre großen Kollegen bei Axel Springer und Co sind, daheim in der guten Stube aber trotzdem arg im Weg wären.</p>
<p>Doch bevor gedruckt werden kann, muss einerseits Farbe in die Maschine – für die Monatsauflage einer KuK wird etwa ein Pfund der öligen Masse gebraucht – und andererseits Wasser, mit dem die Druckplatte benetzt wird, um den beschriebenen Adhäsionseffekt auf der Druckplatte zu erzeugen. Zwar kommt das Wasser aus der KOMAGschen Teeküche, doch bevor es in die Maschine darf, muss sein pH-Wert – und damit die Oberflächenspannung – durch einen speziellen Feuchtwasserzusatz gesenkt werden.</p>
<div id="attachment_1491" class="wp-caption alignleft" style="width: 201px;"><a rel="lightbox[komag]" title="Neugierige Redakteure mit KOMAG-Chef Stefan Kriebel<br />
Foto: pi" href="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2009/12/KOMAG_Gruppenbild_IMG_4391.jpg"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2009/12/KOMAG_Gruppenbild_IMG_4391-199x300.jpg" alt="Neugierige Redakteure mit KOMAG-Chef Stefan Kriebel Foto: pi" title="KOMAG_Gruppenbild_IMG_4391" width="199" height="300" class="size-medium wp-image-1491" /></a>Neugierige Redakteure mit KOMAG-Chef Stefan Kriebel <span class="alignright">Foto: pi</span></div>
<p>Außerdem braucht man natürlich Papier. Etwa 80 cm hoch ist der Stapel, den Drucker Uli Sattler einmal pro Monat von Hand in die Druckmaschine einlegen muss. Das wuchtige Gerät, eine »Heidelberg« aus den 90ern, verfügt über einen sogenannten Schuppenanleger: Um die Geschwindigkeit zu erhöhen, wird das Papier den Druckwalzen nicht Blatt für Blatt, sondern überlappend zugeführt. Damit es nicht zu Papierstau kommt und auch nicht etwa zwei Bögen auf einmal eingezogen werden – das würde zu weißen Seiten in der Zeitung führen – gibt es eine komplizierte Vorrichtung aus Luftdüsen, Lichtschranken und Rädchen, die die Druckwalzen im Fehlerfall sofort stoppen.</p>
<p>Wenn‘s dann endlich losgeht, landen die ersten paar dutzend Exemplare erst einmal als Makulatur im Müll, weil sich die Farbe noch nicht optimal im Druckwerk verteilt hat.</p>
<p>Prinzipbedingt wird der Bogen zunächst nur einseitig bedruckt, was bedeutet, dass der ganze Stapel erneut – mit der Rückseite nach oben – auf den Einzugsstapel gewuchtet werden muss. Zuvor muss Uli Sattler aber erst die Druckplatte wechseln, was trotz Schnellspannvorrichtung eine Angelegenheit ist, die etliche Handgriffe und einen Schraubenschlüssel erfordert. Außerdem muss nach jedem Druckvorgang die Gummituchwalze, die die Farbe aufs Papier aufträgt, gereinigt werden. Die dafür erforderliche Chemie ist zwar heutzutage einigermaßen umweltfreundlich, beschert Druckereien wie KOMAG aber trotzdem regelmäßige Kontrollen durchs Umweltamt.</p>
<p>Bei 20 Seiten KuK wiederholt sich dieser Vorgang sechs Mal. Alles in allem dauert das Ganze vier bis fünf Stunden. </p>
<div id="attachment_1489" class="wp-caption alignright" style="width: 302px;"><a rel="lightbox[komag]" title="Entscheidend ist, was hinten rauskommt. Fehlen nur noch der Druck der Rückseite, Beschnitt, Heftung, Vertrieb...<br />
Foto: pi" href="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2009/12/KOMAG_Ausgabe_IMG_4385.jpg"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2009/12/KOMAG_Ausgabe_IMG_4385-300x200.jpg" alt="Entscheidend ist, was hinten rauskommt. Fehlen nur noch der Druck der Rückseite, Beschnitt, Heftung, Vertrieb... Foto: pi" title="KOMAG_Ausgabe_IMG_4385" width="300" height="200" class="size-medium wp-image-1489" /></a>Entscheidend ist, was hinten rauskommt. Fehlen nur noch der Druck der Rückseite, Beschnitt, Heftung, Vertrieb... <span class="alignright">Foto: pi</span></div>
<p>Sind schließlich die drei Stapel Kiez-und-Kneipe-Bögen gedruckt, dann ist die Zeitung natürlich trotzdem noch nicht fertig. Denn bevor Du, lieber Leser, das Endprodukt in die Hände bekommst, müssen die Seiten noch geschnitten und geheftet werden. Das erledigt allerdings auch nicht KOMAG selbst, sondern ein externer Buchbinder. </p>
<p>Wie der das macht, das ist eine andere Geschichte, die ein anderes Mal erzählt werden soll – genauso, wie die rätselhaften redaktionellen Ereignisse, in deren Verlauf die Druckdatei zustande kommt. </p>
<p class="author"><em class="author"><a href="http://www.kiezundkneipe.de/artikel/author/rsp">Robert S. Plaul</a></em></p>
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		<title>Authentisch, intensiv und exzessiv</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 13:32:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rsp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kiez und Kintopp]]></category>
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		<description><![CDATA[
»Wer alleine Pornos guckt, ist ein Wichser« – so drastisch, aber auch missverständlich formulierte es der Trailer zum 4. Pornfilmfestival, das Ende Oktober im Moviemento stattfand. Denn bei der Veranstaltung ging es mitnichten um die klassischen »Rubbelfilme«, wie sie von den großen Distributoren in hoher Zahl für ein überwiegend männliches Publikum produziert werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><em class="author"><a href="http://www.kiezundkneipe.de/artikel/author/rsp">Robert S. Plaul</a></em> war beim 4. Pornfilmfestival Berlin</h2>
<div id="attachment_1445" class="wp-caption alignright" style="width: 302px;"><a href="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2009/11/PFF.jpg" rel="lightbox" title="Diskussionsrunde der Pornoregisseurinnen: Ovidie, Anna Peak, Renee Pornero, Anna Brownfield, Shine Louise Houston und Julie Simone.<br />
Foto: rsp"><img src="http://www.kiezundkneipe.de/wp-content/uploads/2009/11/PFF-300x194.jpg" alt="Diskussionsrunde der Pornoregisseurinnen: Ovidie, Anna Peak, Renee Pornero, Anna Brownfield, Shine Louise Houston und Julie Simone. Foto: rsp" title="PFF" width="300" height="194" class="size-medium wp-image-1445" /></a>Diskussionsrunde der Pornoregisseurinnen: Ovidie, Anna Peak, Renee Pornero, Anna Brownfield, Shine Louise Houston und Julie Simone. <span class="alignright">Foto: rsp</span></div>
<p>»Wer alleine Pornos guckt, ist ein Wichser« – so drastisch, aber auch missverständlich formulierte es der Trailer zum <a href="http://www.pornfilmfestivalberlin.de/pff/" target="_blank">4. Pornfilmfestival</a>, das Ende Oktober im <a href="http://www.moviemento.de/" target="_blank">Moviemento</a> stattfand. Denn bei der Veranstaltung ging es mitnichten um die klassischen »Rubbelfilme«, wie sie von den großen Distributoren in hoher Zahl für ein überwiegend männliches Publikum produziert werden. Pornografie nämlich kann – ebenso wie der Sex, den sie darstellt – mehr sein, als die immer gleiche Abfolge von bestimmten Standardstellungen, dargeboten von dickbusigen Blondchen in Strapsen und muskulösen Bodybuilder-Typen, die untenrum gut ausgestattet sind. Wie es anders geht, zeigte etwa der Eröffnungsfilm »The Band« der australischen Regisseurin Anna Brownfield. Klar, es gibt explizite Sexszenen, aber eben auch eine Handlung, eine Geschichte, eine Spannungskurve. Zwar würde der Film theoretisch auch ohne pornografische Elemente funktionieren, aber das wäre so wie bei einem intelligenten Actionfilm ohne Prügelszenen oder Schießereien. Damit sind die Vertriebsprobleme der Produktion allerdings auch schon vorprogrammiert, denn im normalen Einzel- und Versandhandel dürfen »pornografische Schriften« nicht ohne weiteres angeboten werden, und die existierenden Verkaufsmöglichkeiten über Sexshops werden von der Mainstream-Industrie dominiert, deren Kunden »Vorspulfilme« nach üblichem Schema erwarten und kein Interesse an gleichermaßen intelligenter wie stimulierender Unterhaltung haben. Oder haben sie es doch? Um diese Frage kreiste unter anderem die Diskussionsrunde unter dem Titel »Chicks with Guts«, bei der sechs Filmemacherinnen die Frage diskutierten, ob es so etwas wie »feministische Pornografie« gibt, was die Probleme des Mainstream-Marktes sind und wie sie sich vielleicht lösen ließen.</p>
<p>Doch nicht alle gezeigten Filme waren »Pornos« (in welchem Sinne auch immer), und nicht alle – wenn auch gut 40 Prozent – der Filme waren von Frauen. »Stalags – Holocaust and Pornography in Israel« von Ari Libsker zum Beispiel ist eine Dokumentation, die dem Phänomen der in den 60er Jahren in Israel überaus populären pornografischen Stalag-Heftchen auf den Grund geht, die in stereotyper Weise die sexuelle Misshandlung von Gefangenen durch weibliche SS-Offiziere in den Nazi-Stammlagern schildern. Weitaus weniger ernst ging im »Fun Porn«-Kurzfilmprogramm zu, etwa bei den Episoden von »Making of Teeny-Stuten 7«, die das Making-Of-Genre und gängige Pornofilmproduktionsklischees gleichermaßen parodieren. Deutlich mehr zur Sache ging es beim Episodenfilm »Roulette« der Amerikanerin Courtney Trouble, der in sieben unterschiedlichen Szenen die Queer-Subkultur San Franciscos ungeschminkt darstellt und inszeniert. Gerade aus jener Szene ist in den nächsten Jahren noch eine ganze Menge zu erwarten – vielleicht nicht für jeden Geschmack und jede Vorliebe – aber auf jeden Fall authentisch, intensiv und exzessiv.</p>
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