Auf dem Trockenen

Kreuzberg gehen im Winterhalbjahr die Bäder aus

Keine Wellen mehr im Wellenbad: Ab September bleibt das Bad am Spreewaldplatz zweieinhalb Jahre lang geschlossen. Foto: ksk

Kreuzberg liegt bedauerlicherweise nicht am Meer – Prinzenbad und Landwehrkanal sorgen immerhin für einen gewissen Ausgleich. Im Winterhalbjahr jedoch sitzen Schüler und Vereine bald auf dem Trockenen. Das geht aus den kürzlich vorgestellten Plänen der Berliner Bäder-Betriebe hervor.

In Friedrichshain wurde die Schwimmhalle Holzmarktstraße bereits vergangenen Oktober geschlossen, sie soll durch einen Neubau ersetzt werden. Jetzt erwischt es aber auch das Wellenbad am Spreewaldplatz: Im September steht dort eine umfassende Modernisierung an, die nach Angaben der Bäder-Betriebe zweieinhalb Jahre dauern wird. »Die Bauarbeiten sind gute Nachricht für die Bäder«, sagte Vorstand Andreas Scholz-Fleischmann.

Das Baerwaldbad gehört jetzt wieder dem Bezirk. Foto: ksk

Für Kreuzberger Badefreunde sind es eher schlechte Nachrichten. Schülerinnen und Schüler müssen nun in Nachbarbezirke gefahren werden. Beim Bezirkssportbund heißt es, die langen Wege seien eine Zumutung. Für Vereine, berichtet die »Berliner Morgenpost«, sei die Lage existenzbedrohend.

Als Ausgleich soll jetzt im Prinzenbad auf der Liegewiese nahe dem Eingang ein »kleines Interims-Hallenbad« mit 25-Meter-Becken aufgestellt werden. Es könnte viele Jahre nutzbar sein – wann es fertig ist, steht aber noch nicht fest.

Währenddessen ist das seit 2017 geschlossene Baerwaldbad wieder Eigentum des Bezirks. Die weitere Zukunft des historischen Bades mit seiner beeindruckenden Architektur ist allerdings ungewiss. Die Kosten der notwendigen Sanierung könnten sich nach groben Schätzungen auf bis zu 30 Millionen Euro belaufen.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Februar 2019.

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