Bis zu 500 Millionen Euro

Entwürfe für neue Bibliothek am Blücherplatz vorgestellt

Wer im Kiez um die Mittenwalder Straße wohnt, hat das große Glück, dass es bis zur Amerika-Gedenkbibliothek nur ein paar Schritte sind. Hingegen nervt der lange Anmarsch zur Stadtbibliothek in der Breiten Straße. Doch das wird sich ändern – zwar nicht sofort, aber vielleicht in 15 oder 20 Jahren.

Dann werden die beiden bisher getrennten Standorte der Zentral- und Landesbibliothek am Blücherplatz zusammengelegt. Nun ist auch klar, wie das ungefähr aussehen soll: Mitte Januar wurden die Ergebnisse einer Machbarkeitsstu-die präsentiert.

Der Neubau mit einer Nutzfläche von 38.000 Quadratmetern soll spätestens 2026 beginnen und darf bis zu 500 Millionen Euro kosten. Nur zur Erinnerung: Als Ex-Regierender Klaus Wowereit am Rande des Tempelhofer Feldes 270 Millionen Euro ausgeben wollte, war er bald darauf seinen Job los.

Konkret sind derzeit drei Varianten im Gespräch, zwischen denen ein Architekturwettbewerb entscheiden soll. Geplant sind monumentale Baukörper von bis zu 50 Metern Höhe, neben denen die Heilig-Kreuz-Kirche eher wie ein Spielzeug aussieht:

  • Variante 1: zwei Gebäude rechts und links der bisherigen AGB
  • Variante 2: ein einziger riesiger Würfelbau
  • Variante 3: ein u-förmiger Riegel an der Ostseite des Platzes

Zusätzlich soll die Blücherstraße zwischen Mehringdamm und Zossener Straße für den Autoverkehr gesperrt werden und es könnte auch eine Straßenbahnverbindung zum Potsdamer Platz geschaffen werden. Der kleine Park am Waterloo-Ufer mit den hohen Bäumen wird in der gegenwärtigen Form nicht überleben. Auch ist unklar, ob im Zusammenspiel mit den von einer Mauer umgebenen Friedhöfen so etwas wie eine einheitliche Grünfläche entsteht.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Februar 2020.

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