»De Noantri« darf nicht sterben!

Kiez und Kneipe testet die von Gentrifizierung bedrohte Pizzeria am Görlitzer Park

Pizza Valtellinese mit Büffelmozarella und Bresaola. Ziemlich lecker. Foto: ksk

Ein entspannter, lauschiger Sommerabend an der Ecke Görlitzer / Lübbener Straße. Die Sonne steht tief, irgendwo dudelt Livemusik. Die Pizzeria »De Noantri« ist proppenvoll. Gut gelaunte Menschen warten auf freie Tische oder ihre Mitnehmpizza.

Doch die Idylle trügt: Das italienische Restaurant steht vor dem Ende: Der Mietvertrag läuft aus und soll nicht verlängert werden. Mitte Juli haben Anwohner mit Unterstützung von Bizim Kiez und GloReiche Nachbarschaft machtvoll gegen die bevorstehende Schließung demonstriert. Für Kiez und Kneipe Anlass zu einem Test: Wie gut schmeckt eigentlich die Pizza dort? Soll das Restaurant bleiben oder ist es entbehrlich? KuK-Re­stau­rant­testerin M. und ihre Kollegen S. und K. (die wahren Namen sind der Redaktion bekannt) haben zugegriffen.

M. über Vitello Tonnato: Ich bin selbst eine begnadete Köchin und habe Vitello Tonnato oft gemacht. Was ich schön finde, es war wie im Original mit Kapern. Das Kalbfleisch hatte eine sehr gute Qualität, aber die Thunfischpaste, das ist das Einfachste, die war mir zu salzig. Und da stand auf der Karte: mit Limone. Also da war keine einzige Spur von Limone. Schulnote drei.

K. über Pizza Rucola: Kostenpunkt zehn Euro, das ist ganz schön happig. Ziemlich trocken, am Rand auch angebrannt, ein bisschen lieblos Tomatensauce draufgekippt, na ja, da gibt es in Berlin bestimmt 30 oder 40 Pizzerias, wo das besser ist. Drei minus. Ach so: Die Vorspeise kam nach 38 Minuten. Und Kellner ohne Mund-Nase-Masken gehen gar nicht.

S. über Pizza Valtellinese: Der Teig war nicht zu dick, nicht zu dünn, auch genau richtig gebacken, der Rand schön kross. Die Tomaten schmeckten gut. Eine schöne Kombination aus Bresaola, echtem Büffelmozarella, Parmesansplittern und Basilikum, das passt hervorragend, insgesamt eine sehr gute Pizza. Note zwei plus.

M. ergänzt: Dazu ist noch zu sagen, dass wir zuerst Rucola hatten und erst eine Stunde später Valtellinese. Vermutlich litt am Anfang der Service etwas, weil es so voll war. Aber dann haben sie sich Zeit gelassen und eine schöne Pizza geliefert. Was den Aperol Spritz angeht, glaube ich, das war mehr Spritz als Aperol! Aber Franziskaner gehört zu meinen Lieblingsbieren, kam vom Fass, war frisch und schön kalt.

Und nun das Urteil: Soll De Noantri bleiben?

K.: Na gut. M.: Ja! Sie haben gezeigt, dass sie ihr Handwerk verstehen. S.: Ja. Es gibt San Pellegrino als Wasser und ich liebe San Pellegrino!

Erschienen in der gedruckten KuK vom August 2020.

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