Kulturschaffende bringen sich ein

Kampagne #DeineStimmeFürKultur gestartet

Demonstration gegen KulturabbauDemo gegen Kulturabbau. Foto: Christian von Polentz/transitfoto.de

Im Vorfeld der Berlin-Wahl startete im April die Kampagne #Deine­Stimme­Für­Kultur, mit der die  Initiatoren Kultur im Wahljahr sichtbar machen und deutlich zeigen wollen: Kultur ist kein Luxus, sondern demokratischer Raum, gesellschaftlicher Motor und prägender Teil der Berliner Identität. Gleichzeitig stehen viele kulturelle Einrichtungen und Akteur*innen zunehmend unter Druck – durch steigende Kosten, unsichere Förderstrukturen, den Verlust kultureller Räume und prekäre Arbeitsbedingungen.

Kulturakteur*innen aus mehr als 480 Berliner Institutionen und Organisationen haben bislang eine gemeinsame Erklärung unterschrieben, die die Politik zu einem klaren Bekenntnis zur Berliner Kultur auffordert.

Dabei geht es nicht nur um vorrangig finanzielle Aspekte wie einen dauerhaft abgesicherten Anteil von 3% des Landeshaushalts, verlässliche Förderstrukturen und ein Kulturfördergesetz, faire Honorare und soziale Absicherung sowie Investitionsmittel für Kulturbauten und zukunftsfähige Infrastruktur, sondern auch um die Sicherung der Kunstfreiheit und der Autonomie der Kultur, um den Ausbau von Diskriminierungsschutz und Barrierefreiheit und die Stärkung von kultureller Bildung und breiter gesellschaftlicher Teilhabe.

Ziel ist ein verbindlicher Dialog der Politik mit der Kultur und die Beteiligung der Kulturschaffenden an kulturpolitischen Entscheidungen.

In zwei Aktionswochen (10.–16.6. und 2.–8.9.) wollen die Unterzeichnenden die Vielfalt der Berliner Kultur sichtbar machen. Nähere Informationen zur Kampagne, zu Terminen und zu Unterstützungsmöglichkeiten gibt es hier.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Juni 2026 (auf Seite 1).

Magere Zeiten für Bücherwürmer

Wie sich die Kürzung der Mittel auf die ZLB auswirkt

Das Land Berlin kürzt seinen Kultureinrichtungen – und damit auch der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) – Zuwendungen in größerem Umfang. Das bedeutet einen harten Einschnitt. In konkreten Zahlen ausgedrückt, werden insgesamt jährlich 2,2 Millionen Euro fehlen. 

Was bedeutet das nun konkret für die Nutzer*innen?

Fangen wir mit den positiven Nachrichten an: Die umfangreichen Öffnungszeiten – Montag bis Freitag bis 21 Uhr, Samstag bis 19 Uhr – bleiben vorerst erhalten. Auch die Sonntagsöffnungszeit der Amerika-Gedenkbibliothek (AGB) kann bis auf weiteres noch angeboten werden. Innerhalb dieser Zeiträume können sämtliche Selbstbedienungsleistungen der Bibliothek genutzt werden.

Das Hauptgebäude der Amerika-Gedenkkbibliothek aus der Luftperspektive2,2 Millionen Euro werden der Zentral- und Landesbibliothek Berlin jährlich fehlen. Foto: rsp

Im Gegensatz dazu müssen ab dem 01.07.2025 die Servicezeiten eingeschränkt werden. Dies betrifft Leistungen, die durch die Mitarbeitenden der Bibliothek ausgeführt werden, wie die Erteilung von Auskünften, die Ausstellung bzw. Erneuerung von Bibliotheksausweisen und die Bereitstellung von Medien aus dem Magazin. Diese Zeiten werden täglich um eine Stunde gekürzt. Um die Berufstätigen in der Leserschaft nicht zu benachteiligen, endet die Servicezeit an Montagen erst um 20 Uhr. Von Dienstag bis Samstag sind die Mitarbeitenden nur noch bis 19 Uhr anzutreffen. Zudem werden an beiden Standorten einzelne Beratungstheken geschlossen. Aufgrund der Kürzungen müssen über die nächsten Jahre ca. 30 Stellen eingespart werden; auch das wird sich auf die Betreuung der Nutzenden auswirken. 

Ein weiterer Verlust ist die im Sommer sehr beliebte Frischluftbibliothek auf der Wiese vor der AGB. Diese kann 2025 nicht mehr angeboten werden. Wer aber eine Decke oder andere eigene Sitzgelegenheit mitbringt, ist herzlich eingeladen, es sich dort weiterhin mit einem Buch aus der Bibliothek gemütlich zu machen. Zusätzlich wird dort das Bibliotheks-WLAN zur Verfügung gestellt.

Und auch im Bereich des Bestands und der Veranstaltungen machen sich die Kürzungen bemerkbar: Zukünftig werden weniger Veranstaltungen durchgeführt. Abonnements von Zeitungen und Zeitschriften, die weniger genutzt werden, müssen gekündigt werden. Dies wird aktuell ca. 200 Publikationen betreffen. Und auch die digitalen Angebote im VÖBB werden sich sukzessive verringern.

Wie Nutzer*innen ihre Bibliothek unterstützen können

Der Abbau in den Verwaltungs- und anderen Bereichen der ZLB ist zwar für die Nutzer*innen nicht direkt spürbar, die Auswirkungen auf die gesamte Arbeit werden sich jedoch zukünftig bemerkbar machen. 

Fazit: Weitere Kürzungen wird die ZLB nicht verkraften können! Und deshalb fordert sie die Nutzer*innen auf ihrer Website, auf Stellwänden im Foyer und mit einer Postkartenaktion zum Protest auf. An der Servicetheke liegen Postkarten zum Ausfüllen bereit, die gesammelt und im Roten Rathaus übergeben werden sollen. 

Die Bibliothek bittet um zahlreiche Unterstützung – ob nun per Hashtag in den Sozialen Medien, per Post oder E-Mail an den Regierenden Bürgermeister oder mittels der oben genannten Postkartenaktion. Ausführliche und stets aktuell gehaltene Informationen gibt es unter www.zlb.de/kuerzungen.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Juli 2025 (auf Seite 1).