Ein Happy End für die Kunst

Schwarzlichtkünstler vor Kammergericht erfolgreich

Schwarzlichtkunst von Sinneswandeln.Auch Auftragskunstwerke dürfen nicht so ohne Weiteres zerstört werden. Foto: phils

Sechs Jahre lang haben sich die Schwarzlichtkünstler Sundew und FlashToBe von der Gruppe Sinneswandeln durch alle Instanzen gekämpft – und nun vor dem Berliner Kammergericht Recht bekommen. Mitte 2010 hatten die beiden Künstler für die Schwarzlicht-Minigolf-Anlage im Görlitzer Park zwei aufwendige Installationen und Objekte geschaffen. Sie gingen von einer langjährigen Kooperation inklusive Werkpflege und künstlerischer wie finanzieller Partizipation aus.

Als die Kunstwerke nach circa anderthalb Jahren entfernt und zerstört wurden, klagten sie auf Schadensersatz. Unabhängig davon, ob die Betreiberin Eigentümerin der Werke geworden sei, so ihre Argumentation, sei die Beeinträchtigung eines Werkes durch das Urheberrecht verboten, wenn sie geeignet sei, die berechtigten geistigen oder persönlichen Interessen des Künstlers zu gefährden.

Doch ist eine Zerstörung gewissermaßen »die maximale Beeinträchtigung«, wie es ihre Anwältin Cornelia M. Bauer ausdrückt? Diese Frage hatte der Bundesgerichtshof (BGH), bei dem die Schwarzlichtkünstler zuletzt Re­vision eingereicht hatten, Anfang des Jahres grundsätzlich bejaht. Ob das Recht des Eigentümers, mit seinem Eigentum zu machen, was er möchte, oder das Recht des Künstlers an seinem Werk überwiege, bedürfe immer einer gründlichen Interessenabwägung. Damit war die Sache ans Berliner Kammergericht zurückverwiesen worden.

Dort sei es vor allem um die Frage gegangen, ob die Betreiberin der Anlage tatsächlich eine Rückgabe der Werke angeboten habe, berichtet Anwältin Bauer. »Doch das konnte nicht nachgewiesen werden.«

Es ist der erste Fall, in dem nach den neuen Grundsätzen des BGH entschieden wurde. Das Urteil ist damit auch ein Stück Rechtsgeschichte. Vor allem stärke es die Position von anderen Künstlern bei Verhandlungen mit Auftraggebern, ist Bauer überzeugt. »Kunst ist kein reines Handelsgut«, diese Auffassung spiegele sich in dem Urteil wider. Häufig werde mit Referenzen geworben. Jetzt sei endlich klar: »Auch Kunstwerke, die als Auftragsarbeit an eine Person übergeben werden, dürfen nicht ohne Weiteres zerstört werden.«

Weg durch die Instanzen hat viel Zeit, Geld und Nerven gekostet

Schwarzlichtkunst von Sinneswandeln.Schwarzlichtkunst von Sinneswandeln. Foto: Sinneswandeln

Als Folgerung daraus seien eine Kooperation auf Augenhöhe und angemessene Verträge gefragt, so Bauer. Für die beiden Schwarzlichtkünstler geht damit ein Rechtsstreit zu Ende, der viel Zeit, Geld und Nerven gekostet hat. Das zugesprochene Schmerzensgeld falle trotz hart errungenem Sieg kaum ins Gewicht, zumal sie einen Großteil der Kosten der ersten Instanz selbst tragen müssen.

»Am Ende geht es darum, das Bewusstsein dafür zu stärken, dass Kunst einen respektvollen Umgang und eine angemessene Bezahlung braucht«, fasst Schwarzlichtkünstlerin Sundew ihre Motivation für den langwierigen Weg durch die Instanzen zusammen. »Künstlerin ist ein Beruf, von dem Menschen leben müssen, und zur Kunstfreiheit gehört, dass Kunst mit der Gesellschaft kommunizieren darf und nicht einfach aufgrund eines geänderten Geschmacks oder sonstiger Beweggründe ungefragt zerstört wird.« Momentan denke sie darüber nach, eine Diskussionsveranstaltung mit verschiedenen Menschen aus Kultur, Recht und Historik zu organisieren. Ob die Künstler diesen Weg noch einmal gehen würden, sei schwierig zu sagen.

»Man muss die Sache in dem größeren Zusammenhang sehen, dass dabei Positives und neue Rechtswege für alle Künstlerinnen und Künstler entstanden sind. Am Ende ist das eine lange und schwierige Zeit, wo du auf vielen Ebenen, insbesondere in künstlerischer Hinsicht, blockiert wirst. Du ringst darum, dir etwas Verlorenes zurückzuholen und deine künstlerische Integrität zurückzugewinnen.«

Erschienen in der gedruckten KuK vom Januar 2020.

Über die Vielfalt in der Gemeinschaft

Projekt »Art up« präsentiert erste Gemeinschaftsausstellung

Kreuzberg definiert sich auch über seine Künstler. Das ist ein Grund dafür, dass der Bezirk das Projekt »Art up – Erfolg im Team« fördert. Hier sollen Kreuzberger Künstler genau in dem Bereich gestärkt werden, der vielen besonders schwer fällt: der Vermarktung der eigenen Kunst. Geleitet wird das Projekt von Christine Balbach.

Jeder Projektdurchlauf präsentiert sein Schaffen am Ende in einer Gemeinschaftsausstellung. Die fünf Künstlerinnen und Künstler der ersten Gruppe sind Frauke Bohge, Angelika Encke, Juergen Motzel, Francesca Rose und Mirella Thuja. Sie stellen ab dem 10. Januar ihre Werke im K-Salon in der Bergmannstraße 54 aus.

Der Titel der Ausstellung lautet: »Körperschaft – Corporation«. In ihren Gemälden und Digitalcollagen beleuchten sie unterschiedliche Aspekte der beiden Begriffe: Körper, Menschen, Sensationen, aber auch das Stille, scheinbar völlig Körperlose und das Vergangene.

Weiter heißt es in dem begleitenden Text zur Ausstellung: »Anscheinend hat Körperschaft – Corporation wenig mit dem Zusammenspiel des Lebens zu tun. Dieser Begriff impliziert zunächst eine Trennung von Personen und Lebewesen. Dabei existiert eine viel tiefere Bedeutung: Das Wort steht für einen Zusammenschluss von Menschen. Gemeinsam erschaffen die fünf Positionen ein Universum, dessen Klang und Vielfalt überraschend wirken: Wir sehen innere und äußere Welten, Landschaften, urbane Szenen, Geishas und andere Figuren, die eine individuelle, unverkennbare Handschrift tragen. Gleichzeitig verschmelzen sie zu einem organischen Ganzen.«

Die Ausstellung im K-Salon startet am 9. Januar um 19 Uhr mit der Vernissage. Eine Einführung gibt die Künstlerin Lena Braun, die gemeinsam mit der Künstlerin Simone Haack den Praxisworkshop »Ausstellungs- und Veranstaltungsorganisation« begleitet hat.

Ab 10. Januar ist die Ausstellung donnerstags bis samstags von 16 bis 21 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Sie endet am 24. Januar.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Januar 2020.

Engagement fast bis zum Umfallen

Der Möckernkiez e.V. kümmert sich um Kultur, sozialen Zusammenhalt und mischt sich ein

Im Möckernkiez e.V. aktiv: Eva Zimmermann, Meike von Appen, Anja Koeller, Thomas Fues (v.li.). Foto: ksk

An der Wand hängen ganz viele Zettel. Da steht mit buntem Filzstift geschrieben: »AG Mobilität«, »AG Barrierefreiheit«, »AG Kommunikation« und »AG Grüner Daumen«. Wer im Netz den Terminkalender des Möckernkiez e.V. studiert, gewinnt vollends den Eindruck, es handle sich um eine ausgewachsene Volkshochschule.

Anderswo leben Menschen häufig nebeneinander her und wissen kaum voneinander. Im Möckernkiez soll das anders sein. »Ich bin hergezogen mit dem Gedanken: Hier kann man sich engagieren, bis man tot umfällt. Hier gibt es soziale Treffpunkte«, sagt Meike von Appen von der AG Kultur.

Heute Vormittag zum Beispiel einen Kurs zum »Sicheren Umgang mit dem Smartphone«. Danach tagt die Öko AG zum Dragonerareal, später ist »Yoga am Mittag« angesagt. Am Nachmittag Kindercafé, Malgruppe und noch ein Hausgruppentreffen.

Die 471 Wohnungen im Möckernkiez gehören alle einer Genossenschaft. Vor einigen Jahren geriet das ehrgeizige Projekt wegen Geldproblemen in die Schlagzeilen. Doch inzwischen sind alle Wohnungen bezogen und es ist Ruhe eingekehrt.

Gewiss, die Mieten liegen nicht eben niedrig. Andererseits muss niemand fürchten, von Spekulanten herausgeklagt zu werden. Es ist ein ökologisches und vor allem ein soziales Modellprojekt. Besonders wichtig sind die Gemeinschaftsräume – der schöne »Multifunktionsraum«, die Werkstatt, der Cafébereich »Möca«.

Dort treffen sich Arbeitsgruppen, dort wird der 14-tägige Newsletter erstellt, dort tagen die Hausgruppen. Heute zie­hen Eva Zimmermann, Meike von Appen, Anja Koeller und Thomas Fues vom Moeckernkiez e.V. dort eine Bilanz.

Treffpunkt Möca. Foto: ksk

Tatsächlich ist der Verein sogar älter als die Genossenschaft selbst und so etwas wie ihre Keimzelle gewesen. Aber mit den vielen Angeboten richtig in Fahrt gekommen ist er erst jetzt. Ein Jahr lang haben die Aktiven Erfahrungen gesammelt. Jetzt wollen sie »noch mehr nach außen gehen«, sagen sie, »und klarmachen, dass Menschen aus der Umgebung auch eingeladen sind«.

Denn der Verein betreibt nicht nur Nabelschau, sondern mischt sich ein. Zu einem Vortrag des Verbands der Wohnungsunternehmen kamen mehr als 100 Zuhörer. Spitzenpolitiker von Linken und Grünen sprachen vor, und weil der Möckernkiez eine »Genossenschaft von unten« ist, so Thomas Fues, gehen Mitglieder auch mal demonstrieren, wenn es gegen hohe Mieten geht.

Im Möckernkiez ist mächtig viel los. Von Appen erinnert an den Vortrag eines Bestatters: »Nachher konnte ich mit meiner 98-jährigen Mutter über das Thema sprechen.« Eva Zimmermann stellt Fotos aus und hat einen eigenen Film mit dem Titel »Zeitzeugen« gezeigt.

Jetzt muss sich das reiche kulturelle und soziale Leben hinter der eher abschreckend wirkenden Front an der Yorckstraße nur noch mehr herumsprechen. Zimmermann hat schon Leute getroffen, die sagten: »Dass hinter diesem Block da Menschen wohnen – da wäre ich nie drauf gekommen.«

Hier der aktuelle Veranstaltungskalender des Möckernkiez e.V.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Dezember 2019.

Rio-Reiser-Platz

Der Heinrichplatz bekommt bald einen neuen Namen

Ich bin nicht frei und kann nur wählen, / welche Diebe mich bestehlen.

So fängt einer der berühmtesten Songs der Band »Ton Steine Scherben an«, Texter war der im Jahr 1996 verstorbene Rio Reiser und nach ihm soll jetzt im Herbst 2020 der bisherige Heinrichplatz in Kreuzberg benannt werden.

Reißen wir die Mauern ein, die uns trennen. / Kommt zusammen, Leute. Lernt euch kennen.

Das beschloss die BVV letzte Woche mit 27 gegen acht Stimmen bei zwölf Enthaltungen. Für die Umbenennung hatten sich die Linken stark gemacht und die Berliner Geschichtswerkstatt.

Komm rüber Bruder, reih dich ein, / komm rüber Schwester, du bist nicht allein.

Witzigerweise waren viele linksalternative Aktivisten und auch Anhänger Reisers dagegen. Sie fürchten eine Aufwertung der Amüsiermeile Oranienstraße und noch mehr Gentrifizierung. Pascal Striebel (Grüne) erinnerte daran, dass nur Frauen als Namensgeber in Frage kämen.

Mach ne Faust aus deiner Hand. / Keine Macht für Niemand!

Erschienen in der gedruckten KuK vom Dezember 2019.

Gänsehaut im Kerzenlicht

Akanthus organisiert für Heilig Kreuz-Passion die Kultur

Die starken Frauen von Akanthus: Kerstin Rüve, Lilia Weiser, Sigrid Künstner (v. li.). Fotos: ksk

»Für mich ist es die schönste Kirche auf der Welt«, sagt Sigrid Künstner mit einem Augenzwinkern. »So ein toller Raum. Die hohen Wände, das Licht, die Stimmung. Und jedes Mal sieht es wieder anders aus!« Gemeint ist die Heilig-Kreuz-Kirche an der Ecke Zossener / Blücherstraße – seit dem Umbau 1995 eine sehr gelungene Mischung aus Neogotik und moderner Industriearchitektur.

Sigrid Künstner muss es wissen: Sie ist Chefin von Akanthus und hat in der Kirche ihren Arbeitsplatz. Akanthus kümmert sich um das Kultur- und Veranstaltungsmanagement in der Heilig-Kreuz- und der Passionskirche am Marheinekeplatz. Beides sind offene Kirchen, wo neben Gottesdiensten auch weltliche Veranstaltungen stattfinden.

Natürlich gibt es Grenzen: Ein Parteitag wäre nicht denkbar. Aber Tagungen, Kongresse oder Konzerte sind gern gesehen. »Beide Gebäude kosten unglaublich viel Geld«, so Künstner. »Akanthus erhält keine Kirchensteuermittel, wir müssen uns komplett selbst finanzieren.«

Rechtlich gesehen ist Akanthus ein Arbeitsbereich der Gemeinde wie Kirchenmusik oder Obdachlosenarbeit. Viele Veranstaltungen sind ohnehin kostenlos, bei anderen bleibt der größte Teil des nicht immer ganz billigen Eintritts bei Künstlern, Tontechnik oder Konzertagentur.

Künstner stammt aus Schwäbisch Hall und ist studierte Germanistin mit Weiterbildung zum Kulturmanagement. »Hätten wir nicht so ein tolles Team, würde das nicht so gut laufen«, sagt sie. In der Passionskirche werden schon seit den 80er Jahren spezielle Konzerte organisiert. Sie eignet sich wegen ihrer festen Bestuhlung besonders gut dafür, Heilig-Kreuz auch für noch fantasievollere Dinge.

Was waren die schönsten Events? Kerstin Rüve ist für die Passionskirche zuständig und schwärmt von Tangerine Dream, Marc Almond und Jamie Cullum. Sigrid Künstner mag besonders die Weih-NachtKlänge von Vox Nostra: »Da ist die Kirche dunkel und es brennen nur ein paar Kerzen. Da krieg ich immer Gänsehaut.«

Akanthus: Das aktuelle Programm

Erschienen in der gedruckten KuK vom Dezember 2019.

Mit List und Liebe

Märchenhaftes bei Nonne & Zwerg

Otmane Lihiya. Foto: ksk

Viele hatten sich die Tagen zuvor gefragt: Was ist das für ein Märchen, das Otmane vorlesen wird? Ein marokkanisches? Und er hat es selbst als Jugendlicher erzählt bekommen, aufgeschrieben und dann vom Arabischen ins Deutsche übersetzt?

Es war ein wunderbares Märchen, das Otmane Lihiya am 24. November im Souterrain von »Nonne & Zwerg« vorlas. Der Raum war bis auf den letzten Platz besetzt und alle lauschten gespannt der lustigen Geschichte, wie Aicha, die Tochter des Schreiners, den Sohn des Sultans immer wieder an der Nase herumführt und beide am Ende doch ein glückliches Paar werden.

Bei gedämpfter Beleuchtung entführte Otmane einfühlsam in die Welt der Märchenerzähler auf dem »Djemma el Fna« in Marrakesch, beantwortete nach der Pause mit einem leckeren kalten Büffet viele Fragen und am Ende waren alle froh, dass der Verein mog61 Miteinander ohne Grenzen e.V. einen so gelungenen Abend organisiert hatte.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Dezember 2019.

Die Suche nach Freiheit

An welchen Song denken Sie beim Stichwort Mauerfall?

Freiheitslieder gibt es ja so einige. Kaum eine Sängerin, kaum eine Band, kein Liedermacher hat kein Lied, in dem sie über den Drang, den Wunsch oder die Schönheit der eigenen Entscheidungsmacht singen.

Neben meinem geliebten »I want to break free« von Queen und dem hinreißenden »Free as a bird« von den Beatles ist beim Thema 30 Jahre Mauerfall natürlich ein ikonischer Name an erster Stelle zu nennen. Um ihn ranken sich Mythen, manche sagen, er sei der Grund für den Mauerfall: David Hasselhoff, der Mann, der betrunken Burger isst.

Hinter dem Song steckt allerdings eine viel interessantere Geschichte als ein einfaches, melodramatisches Freiheitslied. Erstmals nämlich erschienen ist das Meis­terwerk bereits 1978, interpretiert von Marc Seaberg, einem Mann, der im zarten Alter von 6 Jahren das erste Mal auf einer Bühne in seiner Heimatstadt Erlangen stand. Produziert hat das Ganze ein gewisser Mann namens Jack White.

Jack White?, mag man sich da fragen. Wissentlich, dass der White-Stripes-Seven-Nation-Army-Jack-White da gerade einmal drei Jahre alt war und wahrscheinlich noch nicht einmal eine Gitarre halten konnte. Der Jack White, geborener Horst Nußbaum, hingegen war anfangs ein Fußballspieler. Beim SC Viktoria Köln entdeckt wechselte er später zur niederländischen Liga und holte dort sogar einen Vizemeistertitel, bevor er »Looking for Freedom« dann 1978 als Musikproduzent eben mal auf Platz 14 der deutschen Charts katapultierte.

Und genau dieser Jack White produzierte 1989 den Song und das gleichnamige Album, das den damals vielleicht noch nüchternen David Hasselhoff auch als Sänger so berühmt machte. Und auch wenn er wohl maßgeblich am Fall der Mauer beteiligt war, frage ich mich, ob er nicht lieber bei seinem Knight Rider hätte bleiben sollen.

Fragen über Fragen, doch am Ende bleibt nur noch die spannendste zu klären: Zufall oder Schicksal? Hat sich John Anthony Gillis, der Gitarrist und Sänger der White Stripes, nach dem Produzenten von »Looking for Freedom« benannt? Und wenn ja: Warum?

Erschienen in der gedruckten KuK vom November 2019.

Moviemento in Gefahr

Deutschlands ältestes Kino droht zum Opfer von Immobilienspekulation zu werden

Eckhaus Kottbusser Damm / Boppstraße. Im ersten Stockwerk befindet sich das Kino MoviementoSpekulationsobjekt: Im Eckhaus am Zickenplatz gibt es seit 1907 ein Kino. Foto: rsp

Die Immobilienspekulation macht auch vor Deutschlands ältestem Kino nicht Halt. Nach mehrfachem Besitzerwechsel des Eckhauses am Kottbusser Damm steht jetzt die Gewerbeeinheit, in der das Kino Moviemento residiert, zum Verkauf – für gut zwei Millionen Euro.

Die Nachricht, die die Kino-Betreiber Iris Praef­ke und Wulf Sörgel Mitte Oktober ereilte, war ein Schock. Denn es ist klar: Wenn die knapp 600 Quadratmeter tatsächlich für zwei Millionen über den Tisch gehen, dürfte sich die Miete locker vervierfachen – und das wäre das Aus für einen weiteren Kinobetrieb.

Doch die Schockstarre wich schnell der hektischen Planung. Mit einer Unterstützungs-Kampagne wollen die Kinomacher genug Geld zusammenbekommen, um die Räume der Spekulation zu entziehen, selbst zu erwerben und damit das langfristige Überleben des Kinos zu sichern. 400.000 Euro haben sie bereits privat und im Freundeskreis zusammengekratzt, es fehlen also noch rund 1,6 Millionen Euro.

Ein ambitioniertes Ziel für eine Crowdfunding-Kampagne, aber nicht so aussichtslos, wie es klingen mag. Einerseits besteht durchaus die Hoffnung auf größere finanzielle Unterstützung durch Akteure des gut vernetzten Filmbetriebs, andererseits ist auch der veranschlagte Kaufpreis nicht in Stein gemeißelt.

Der Eigentümer, die Delta Vivum Berlin I GmbH, gehört zum größten Teil der Deutsche Wohnen SE, die Enteignungsforderungen zuletzt mit einer Art Charmeoffensive gekonntert hatte. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Geschäftsführer der Deutsche Wohnen schuld daran sein wollen, wenn Deutschlands ältestes Kino schließen muss«, glaubt Wulf Sörgel. Schließlich ist die Immobilie nur eine von Tausenden im Portfolio. »Die wissen wahrscheinlich gar nicht, dass es uns gibt.«

Hier geht es zur Kampagnenseite bei Startnext. Wer ansonsten – mit Geld oder Belohnungen für die Kampagne – helfen kann, schreibt an retter@moviemento.de

Erschienen in der gedruckten KuK vom November 2019.

Pornografie einst und jetzt

Das 14. Pornfilmfestival blickt zurück und kampfbereit nach vorn

Filmstill aus dem Kurzfilm »Riot not Diet«»Riot not Diet« ist ein Kampf um Sichtbarkeit und gegen Fat-Shaming. Foto: PFFB

Mit einem umfassenden Retrospektiven- und Klassiker-Programm warf das 14. Pornfilmfestival Berlin, das Ende Oktober im Moviemento und Babylon Kreuzberg stattfand, mehr als in den Jahren zuvor einen Blick zurück in die Geschichte der ebenso kontrovers diskutierten wie missverstandenen Filmgattung. Werke wie »La Planque 1« (1975) des weitgehend vergessenen französischen Regisseurs José Bénazéraf lassen mit ihrer tief eingeschriebenen Rape-Culture erahnen, woher die Pornografie ihren schlechten Ruf hat – auch wegen der unsäglichen deutschen Synchronisation, die ihren Namen nicht verdient,  aber für viel Gelächter im Kinosaal sorgte. »Body Lust« (1979) ist – was die Synchro der 35mm-Kopie angeht – fast noch erheiternder und kann auf der Habenseite zudem verbuchen, als einer der frühesten Pornos mit weiblicher Regie (Monique Carrera) ein Frauenbild zu vermitteln, das stärker von Selbstbestimmtheit geprägt ist.

Die Filme »Hungry Hearts« (1989) und »Suburban Dykes« (1990) der Regisseurin und Produzentin Nan Kinney gehören zu den Frühwerken eines lesbisch-emanzipatorischen Kinos. Kinneys Platz im Filmmaker-in-Focus-Programm war jedenfalls hochverdient.

Bei den zeitgenössischen Filmen des Festivals zeigt sich eine immer stärkere Politisierung – die nicht von Ungefähr kommt: In vielen Ländern werden LGBTQ-Rechte zunehmend beschnitten, in Brasilien wird durchschnittlich alle 20 Stunden ein queerer Mensch ermordet. Mutige Kurzfilme wie »Etérea – Criolo« (Musikvideo+Making-of) und »Polish Cumbucket« setzen sich damit auseinander und dürfen getrost als Kampfaufrufe verstanden werden.

Derweil gedeihen die Produktionen weiblicher Filmemacher: Beeindruckend intim geriet der Kurzfilm »We see you« von Jenz Mau, der mit dem Blick des Zuschauers spielt. »Veux moi« von Bambi Rainotte setzt sich selbstbewusst mit dem Wunsch nach Begehrtwerden auseinander und ist die sehenswerteste No-Budget-Produktion seit Jahren.

Erschienen in der gedruckten KuK vom November 2019.

Hausbesetzer im Gegenlicht

Klaus Stark betrachtet Bilder des verstorbenen Fotografen Wolfgang Krolow

Die Fotos lassen einen nicht mehr los. Das müde Gesicht einer alten Frau, das aus dem Fenster einer Jugendstilfassade blickt. Neben ihr blättert der Putz und man erkennt noch Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg. Oder ein riesiger Platz mit Kopfsteinpflaster, darauf sehr allein und verletzlich eine junge Mutter mit ihrem kleinen Sohn.

Viele Punks mit Irokesenfrisur, das war ja die Zeit damals. Und Hausbesetzer natürlich: »Wir sind die Terroristen und grüßen die Touristen. Aber hallo!« steht auf einem Transparent. Davor eine Gruppe Kinder mit Migrationshintergrund, wie man heute sagen würde, die lustig in die Kamera winkt.

Es sind Fotografien aus dem Kreuzberg der 70er und 80er Jahre, sie sind alle in klassischem Schwarz-Weiß und Wolfgang Krolow hat sie gemacht. Die Mauer steht noch, West-Berlin ist eine Insel, und in Kreuzberg treffen links-alternative Lebensentwürfe, die gegen das »Schweinesystem« mobil machen, auf deutsche Rentner und türkische und arabische Immigranten der ersten Generation. Krolow hat diese Welt, die längst nicht mehr existiert, mit scharfem Auge und großem Einfühlungsvermögen porträtiert.

Auf seinen Fotos ist viel Raum für Menschen und ihre Gefühle – für Hoffnung und Trauer, Freude und Einsamkeit. Auf das chaotische, schier unbeherrschbare Leben um ihn herum antwortet der Fotograf mit strengen Formen, harten Kontrasten und einem sorgsam komponierten Bildaufbau. So gelingen ihm wahre Kunstwerke. Da humpelt ein Rentner mit Stock eine Mauer entlang. Krolow fotografiert ihn von hinten im Gegenlicht mit langen Schatten – und im Gegensatz der gebeugten Haltung des Mannes zum regelmäßigen, mitleidslosen Muster der Mauer hinter ihm spiegelt sich ein ganzes Leben. Und eine Welt.

Krolow selbst wurde 1950 im Pfälzer Wald geboren. Wie manch anderer verzichtete er auf Abitur und Bundeswehr und brach stattdessen 1968 in Richtung Indien auf. Nach einer kurzen Episode in Mannheim kam er 1970 nach Berlin, jobbte als Verputzer und Lagerarbeiter und studierte ab 1975 an der Hochschule der Künste Visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Fotografie und Grafikdesign.

Zwei Jahre später zog Krolow an den Chamissoplatz und jetzt wurde Kreuzberg zum beherrschenden Thema. Er arbeitete als freier Mitarbeiter für Zeitungen und Verlage. 1979 erschien sein erster Bildband: »Kinder in Kreuzberg«. Es folgten das »Instandbesetzer Bilderbuch«, »Seiltänze« mit Texten von Peter-Paul Zahl, weitere Bildbände und viele Ausstellungen. Später unternahm Krolow Fotoreisen nach Albanien und Wolgograd.

Ende September ist Wolfgang Krolow im Alter von 69 Jahren überraschend gestorben. KuK-Mitarbeiter Lothar Eberhardt ist einer von vielen Freunden, die um ihn trauern. »Er war immer zum Schwatz und inhaltsreichen Gespräch aufgelegt«, sagt er. »Sein pralles, mit Schöpfungskraft angereichertes Leben bleibt uns in seiner Bilderwelt erhalten.«

Wolfgang Krolows Webseite

Erschienen in der gedruckten KuK vom Oktober 2019.

»A one, two, three, four …«

Kreuzberger Klarinettenkollektiv lässt die Gesichter glänzen

Die neueste CD des Kreuzberger Klarinettenkollektivs.

Sieben Klarinetten sind schon da. Die achte macht gerade draußen ein Selfie vor dem Kirchenportal. Sieben weibliche und eine männliche Klarinette, dazu noch Bassklarinette, Schlagzeug und Kontrabass. Dann kommt von links ein Geräusch aus dem Nebenraum. Es klingt wie Wasser, das silbrig und glitzernd über Steine springt, mit vielen geheimnisvollen, bunten Dingen drin. Das ist Jürgen Kupke.

Das Kreuzberger Klarinettenkollektiv probt in der Heilig-Kreuz-Kirche für das Konzert am Abend. Das Ensemble existiert seit zehn Jahren, es besteht vor allem aus derzeitigen oder ehemaligen Schülern von Kupkes Klarinettenklassen. Kupke selbst ist ein bekannter Jazz-Klarinettist und unterrichtet an zwei Musikschulen.

Zuerst geht es um die Akustik. »Na ja, man hört schon was. Aber es ist etwas matschig«, heißt es. Also ein paar Schritte vor – oder doch wieder zurück, wegen der Beleuchtung? Die Gruppe probiert. »One, two, a one, two, three, four …«, sagt Kupke. Füße tippen im Takt auf den Boden. Mal der Absatz, mal die Fußspitze, mal die ganze Sohle. Bei ihm wippt jedes Mal der ganze Körper mit. »Wunderbar, genau so«, sagt er. »Aber etwas zusammenrücken, damit wir mehr Kontakt zueinander haben!«

So eine Klarinette hat mächtig Wumms. Immerhin ist sie lose mit dem antiken Aulos verwandt, der dem Dionysos zugerechnet wird und damals immer dabei war, wenn getanzt, gefeiert oder getrunken wurde. Neun Klarinetten haben noch viel mehr Wumms. Sie jammern, seufzen, stöhnen, klagen, schreien oder jubilieren – manchmal sogar alles gleichzeitig. Und wenn dann noch ein wilder Rhythmus die Verhältnisse zum Tanzen bringt, brechen alle Dämme.

Der Veranstaltungstechniker ordnet letztmals die Kabel, die Herbstsonne wirft freundliche helle Flecke auf die roten Backsteinpfeiler, das Kollektiv probt »All Together«, übt den »Säbeltanz« und Ravels »Bolero«. Kupke springt mit dem Instrument in der Hand auf und ab wie ein Kobold. Am Ende hat man den Eindruck, dass die Musik gar nicht aus den Klarinetten kommt, sondern anderswoher. Alle strahlen und haben glänzende Gesichter.

Nachher beim Konzert wird das, was während der Probe so leicht schien, doch etwas schwerer. Freunde und Verwandte im Publikum machen erwartungsvolle Mienen und bewegen zur Musik kaum eine Zehenspitze. Aber dafür können die tapferen Klarinettist*innen nichts. Sie fahren jetzt erst mal zu einer Konzertreise nach Israel. Der nächste feste Termin in Berlin ist erst wieder am 17. Dezember 2020 im Musikinstrumenten-Museum.

Update: Aktuelle Konzerttermine

Erschienen in der gedruckten KuK vom Oktober 2019.

Die KuK berichtete …

Mal zu viel, mal zu wenig Wasser

In der August-Ausgabe hatte sich die KuK mit den Schwengelpumpen im Kiez beschäftigt. Bei einem großen Test haben von 32 Straßenbrunnen lediglich elf funktioniert. Während die beiden Plumpen in der Baruther und der Fürbringerstraße munter Wasser spenden, liegen die beiden Brunnen in der Mittenwalder Straße seit Jahren brach.

Das ist besonders misslich, weil die Pumpen in trockenen Sommern eine wertvolle Hilfe beim Gießen von Straßenbäumen darstellen könnten. Jetzt hat auch die SPD das Thema entdeckt. Sie fordert das Bezirksamt auf, dafür zu sorgen, dass die Brunnen funktionieren oder eben durch neue ersetzt werden.

Generell solle »die AnwohnerInnenschaft beim Gießen unbürokratisch unterstützt« werden, heißt es in dem SPD-Antrag. Der wurde inzwischen im Umweltausschuss beraten und zur Annahme empfohlen.

Gute Nachrichten gibt es auch vom Gewobag-Hochhaus in der Friedrichstraße 4. Nachdem Alexander Gustov in der KuK darüber klagte, dass in der Wohnung seiner Eltern das Wasser auf den Balkonen nicht abfließt, waren inzwischen mehrfach die Handwerker da und alles ist paletti.

Der Kinderzirkus Cabuwazi, über den die KuK im August-Heft berichtete, bangt hingegen immer noch um seine weitere Zukunft auf dem Tempelhofer Feld. Eine Gruppe von Eltern und Kindern hat deshalb jetzt eine Petition an den Berliner Senat für den Erhalt des kreativen Freizeitangebots gestartet.

Erschienen in der gedruckten KuK vom September 2019.

Bergmannstraßenfest dieses Jahr in der Kreuzbergstraße

Das Programm des Bergmannstraßenfests 2019 steht fest

Lageplan Bergmannstraßenfest 2019Im Westen was neues: Kreuzberg jazzt dieses Jahr auf der anderen Seite des Mehringsdamms bis zur Katzbachstraße. Grafik: Toge Schenck

Das Bergmannstraßenfest findet entgegen anders lautenden Ankündigungen auch dieses Jahr wieder statt. Zum 25. Jahr in Folge werden vom 28. bis 30. Juni 50 Bands auf drei Bühnen zu hören sein. Die Theaterbühne an der Großbeerenstraße zeigt neben Theater, Comedy und Tanz auch wieder das beliebte Kinderprogramm am Samstag und Sonntagvormittag.

Eigenartigerweise findet das Bergmannstraßenfest dieses Jahr jedoch nicht in der Bergmannstraße statt. Weil die umstrittenen Parklets, Fahrradbügel und Fahrbahnübergänge den Veranstaltern zu viel Platz in Anspruch nehmen, wird es ausnahmsweise ein paar hundert Meter weiter in die Kreuzbergstraße verlegt. Dort soll eine ganz eigene Begegnungszone geschaffen werden, in der Anwohner aus Berlin, Brandenburg und tausende Besucher der Stadt zusammenkommen können. In der Bergmannstraße wären aufgrund der neuen Straßenmöblierung 80 bis 90 Prozent der zu vermietenden Stände weggefallen. Da der Veranstalter Kreuzberg Festival e.V. keine öffentlichen Gelder bezieht und das Fest sich durch Standgebühren trägt, kam die Bergmannstraße somit nicht mehr in Frage. Daraufhin wurde der Weg geebnet, die Kreuzbergstraße zu bespielen.

Neben der Vielzahl musikalischer Beiträge und kultureller Aktivitäten wird eine abwechslungsreiche Bewirtung mit Getränken und internationalen Leckereien angeboten. Auch Spitzenköche aus Kreuzberg werden in einem Zelt bei der Bühne Großbeerenstraße zu kleinem Preis Kostproben ihres Könnens anbieten.

Mit Wille & The Bandits (UK) und der Honey Island Swamp Band (USA) konnten zwei großartige internationale Bands engagiert werden. Unter den vielen Berliner Auftritten sind Mi Solar, Marcos Coll, Pugsley Buzzard und Kreuzberger Kiezgrößen wir Eb Davis, Roger Raddatz und Blue Bayou. Ebenso wieder mit dabei sind Bühnenprogramme der Kreuzberger Musikalischen Aktion e.V. und der im Kiez ansässigen Agentur Ahoi. Mit dem Slogan »Kreuzberg Jazzt« fassen die Veranstalter den Begriff »Jazz« also relativ offen. Das könnte für dieses Jahr besonders gelten, unter anderem weil der sonst prägende Yorkschlösschen Chef Olaf Dähmlow zum ersten Mal nicht mitorganisiert. Das komplette Programm mit Soundproben der verschiedenen Bands kann auf auf der Webseite des Straßenfests eingesehen werden.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Juni 2019.

Den Sommeranfang feiern mit Musik an allen Ecken

Wieder viele Kreuzberger Bühnen zur Fête de la Musique

mog61-Bühne auf der Fête de la MusiqueMusik umsonst und draußen. Die Fête de la Musique fällt 2019 auf einen Freitag. Foto: phils

Mit erfreulich wenig gesperrten Straßen kommt wie immer die Fête de la Musique zum Sommeranfang am 21. Juni aus. Na gut – die Fürbringerstraße (zwischen Mittenwalder und Schleiermacherstraße) hat’s mal wieder erwischt – aber die ist ja auch keine wichtige Durchgangsstraße und dafür steht da dann auch wie schon in den letzten Jahren die vermutlich größte Bühne im Kiez, gemeinsam organisiert vom Verein mog61 e.V. und dem unterRock. Hier gibt es von 16 bis 22 Uhr ein hochkarätiges Programm mit Schwerpunkt Rock. Tipp der Redaktion: Die Potsdamer Band Sonator ganz am Ende. Wenige Meter weiter verbindet das House of Life auch in diesem Jahr die Fête mit ihrem jährlichen Sommerfest. Hier geht es schon um 15:45 Uhr los mit der Verleihung des »Prize of Life«, danach wird mit mehreren Livebands und gutem Essen gefeiert.

Ebenfalls eine feste Größe ist die Bühne auf dem Marheinekeplatz vor dem Matzbach. Das Programm stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest, aber aus gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass am frühen Abend Berlin Beat Club dort auftreten wird – wer die beste (Rock‑)Musik der Hippie-Ära mag, ist da richtig.

Gerne würden wir an dieser Stelle auf die Webseite der Fête de la Musique verweisen, allerdings ist diese bisher alles andere als vollständig, sowohl bezüglich der Bühnen als auch bezüglich des Programms. Daher ganz kurz und knapp noch ein paar andere Orte in Kreuzberg, an denen in der kürzesten Nacht des Jahres Musik gemacht wird. Überall – wie immer zur Fête – ist der Eintritt frei:

  • Passionskirche (Marheinekeplatz): Chormusik
  • Dodo (Großbeerenstraße): Buntes Programm von Singer/Songwriter bis Pop und Rock
  • Melitta Sundström (Mehringdamm): Nicht nur Pop im wandernden Wohnzimmer »Jesterfield«
  • Gretchen (Obentrautstraße): Blockparty mit Tanzmusik live und vom Plattenteller
  • Regenbogenfabrik (Lausitzer Straße): Kinderprogramm, Drehorgel und mehrere Bands
  • Birgit und Bier (Lohmühleninsel): Blues und Blech
  • Exploratorium (Mehringdamm): Experimentelles mit teils sehr ungewöhnlichen Instrumenten
  • Bona-Peiser-Projekträume (Oranienstraße): Rap, Jazz und Musikprojekte aus dem Kiez
  • Expedition Metropolis (Ohlauer Straße): Folk, Mathrock, Indie
  • Pirata Patata (Kotti): Punk, Indie and more
  • unterRock (Fürbringerstraße): Rock
  • Matzbach (Marheinekeplatz): Rock

Aus Gründen des Lärmschutzes ist um 22 Uhr überall draußen Schluss, aber danach geht für die echten Nachteulen in einigen Locations die Fête de la Nuit drinnen weiter – und das ohne Reue, da der 21. Juni ja 2019 auf einen Freitag fällt. Junction Bar (Gneisenaustraße), Gretchen und Ritter Butzke seien hier als geeignete Party-Locations empfohlen.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Juni 2019.