Polizeimeldungen

15. April 2009 (12:08)

Rasende Radler

Polizei zieht Bilanz nach Radfahrer-Aktion

Zur Verhinderung von Radfahrerunfällen hat die Berliner Polizei in den vergangenen zwei Wochen überall im Stadtgebiet intensive Kontrollen zum Schutz, aber auch zur Überwachung von Radfahrern vorgenommen. Vorrangiges Ziel dieser Schwerpunktaktion war es, mit Beginn der Radfahrersaison im Straßenverkehr für mehr gegenseitige Rücksicht zwischen Radfahrern, Fußgängern und Kraftfahrern zu werben. Dazu wurden mehrere tausend aufklärende Gespräche geführt und vielfältiges Informationsmaterial verteilt, das die typischen Fehlverhaltensweisen und die daraus resultierenden Gefahren anschaulich vermittelt.
Die Verkehrsopferbilanz des vergangenen Jahres zeigte die Notwendigkeit der polizeilichen Bemühungen deutlich. Trotz positiver Tendenz der Gesamtunfallentwicklung hatte sich die Anzahl der Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern erhöht. Alle 1,5 Stunden verunglückte ein Radfahrer im Berliner Straßenverkehr, insgesamt waren es über 4.700. Das Befahren von Gehwegen und die Benutzung von Radwegen in verbotener Richtung sind oft die Ursache. Von besonderer Gefährlichkeit ist auch das massenhaft zu beobachtende Missachten roten Ampellichts. Autofahrer setzen die Unfallursache gegenüber Radfahrern überwiegend durch gefährliches Fehlverhalten beim Abbiegen und durch Missachten der Vorfahrt.
Die Berliner Polizei richtete ihr Hauptaugenmerk auf diese Unfallursachen und überwachte vorwiegend dort, wo Radfahrer im vergangenen Jahr vermehrt in Unfälle verwickelt waren. Insgesamt sind 1.424 Kraftfahrer angehalten worden, weil sie sich gegenüber Radfahrern falsch verhalten hatten. Zum Beispiel wurden 101 Fahrer angezeigt, die beim Rechtsabbiegen den Vorrang parallel fahrender Radfahrern missachtet hatten. Weitere 121 Kraftfahrer missachteten das Rotlicht an den überwachten Kreuzungen.
10.183 Radfahrer wurden nach einem Fehlverhalten angehalten und überprüft. Gegen 4.426 Radfahrer wurden Ordnungswidrigkeitsanzeigen geschrieben, weil sie entweder Gehwege oder Fußgängerzonen befuhren (1.404), sich auf Radwegen verbotenerweise in Gegenrichtung bewegten (526) oder rotes Ampellicht missachteten (1.763). Darüber hinaus wiesen 1.043 Fahrräder so erhebliche Mängel auf, dass Mängelberichte die Folge waren. Auch sind mehrere Fahrräder ohne jegliche Sicherheitsausstattung (z.B. so genannte „Fixies“) wie Bremsen, Beleuchtung, Klingel angehalten worden. Die Fahrer wurden eindringlich darauf hingewiesen, dass ihre Räder künftig zur Gefahrenabwehr sichergestellt werden.
Weil alle Fahrräder auch auf die Eigentumsverhältnisse hin überprüft wurden, konnten 17 bei Diebstählen entwendete Räder aufgefunden werden.
Die polizeilichen Maßnahmen wurden insbesondere von Fußgängern und Eltern mit Kindern, die sich auf Gehwegen häufig von Radfahrern bedrängt fühlen, als sehr positiv bewertet. Die Mehrzahl der überprüften Radfahrer dagegen hielt die Kontrollen für überzogen und ließ sehr häufig jegliche Einsicht in Ahndungsmaßnahmen vermissen. Zum Teil widersetzten sie sich gar den Anhaltesignalen und setzten die Fahrt unbeirrt fort.
Die Berliner Polizei appelliert eindringlich an alle Verkehrsteilnehmer, die polizeilichen Bemühungen zur Unfallreduzierung tagtäglich durch Umsicht und gegenseitige Rücksichtnahme zu unterstützen! Vom 1. bis 12. Juli wird die Schwerpunktaktion wiederholt.

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