Bedrohung auf dem Schulweg

Aufregung und Sorge nach Vorfall am Leibniz-Gymnasium

Für Besorgnis und einige Aufregung sorgte ein Vorfall Ende September am Leibniz-Gymnasium in der Schleiermacherstraße. Ein 70-jähriger Obdachloser war Schüler*innen vom Mittelstreifen der Gneisenaustraße aus bis aufs Schulgelände gefolgt und hatte dort einen Schüler mit einem Küchenmesser bedroht. Bereits zuvor hatte der Mann offenbar Schüler*innen auf ihrem Schulweg bepöbelt und sie mit einem Gegenstand beworfen.

U-Bahnzugang Gneisenaustraße mit dem begrünten Mittelstreifen im Hintergrund.Der Mittelstreifen am U-Bahnhof Gneisenaustraße wird nicht nur zum Flanieren genutzt. Foto: rsj

Auch wenn das Lager des Mannes auf dem Mittelstreifen zwischenzeitlich von der Polizei geräumt wurde, bleibt bei etlichen Schüler*innen und Eltern eine Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls. In der Nähe des U-Bahnhofausgangs werden seit Jahren offen Drogen und Alkohol konsumiert. Gegen den Obdachlosen laufen mehrere Ermittlungsverfahren, er ist aber wieder auf freiem Fuß. Für zusätzlichen Frust sorgte Presseberichterstattung, die das Gerücht verbreitet hatte, der Mann sei von den Schüler*innen provoziert worden – ein Vorwurf, den die Mitglieder der Schüler*innenvertretung auf einer Sonderversammlung energisch bestritten.

In einer E-Mail an die Eltern riet die Schulleitung dazu, den Mittelstreifen als Schulweg zu meiden. Darüber, dass das keine Dauerlösung sein kann, sind sich aber auch alle Beteiligten einig. Eine von Eltern gestartete Petition an Bezirk und Senat, die bereits über 2000 Unterschriften gesammelt hat, fordert dementsprechend nicht nur eine kurzfristige Sicherung der betroffenen Schulwege, sondern auch ein abgestimmtes Schutzkonzept unter Einbeziehung bisheriger Meldungen aus dem Schulumfeld.

Erschienen in der gedruckten KuK vom November 2026 (auf Seite 1).

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