Disco, Feiern, Gesellschaftskritik

Frittenbude kommen mit einem neuen Album in den Festsaal


Wie viel macht eigentlich ein Name für eine Band aus? Im Falle von Led Zeppelin wäre der Erfolg wohl auch mit einer anderen Bezeichnung nicht ausgeblieben. Pink Floyd? Da wird’s schon interessanter. Und dann gibt es noch Frittenbude, die die Mischung auffallender Name und heftiges Debütalbum als Katapult in den Erfolg für sich entdeckt haben.

Das mit dem Debüt war vor mehr als zehn Jahren. Damals gründeten die drei Mitglieder Martin Steer, Johannes Rögner und Jakob Hägls­perger die Band während einer Autofahrt. Das Radio war kaputt und so wurden eben eigene Beats und Texte gezaubert. Zwei Jahre später kam das erste Album, mit dem sich die drei mit 120 bpm, Bass, Bass und Bass in den Elektropunkhimmel sangen. Ursprünglich aus Bayern kommend haben sie sich textlich und musikalisch ganz schnell dem klassischen Berliner Club-Hipster angepasst. Es geht also um Disco, Feiern gehen und ein bisschen Gesellschaftskritik.

Berühmt wurden Frittenbude allerdings vorerst mit ihren Remixen. Dabei verändern sie nicht nur wie üblich die Instrumentierung der Songs, sondern dichten ganz gern auch mal die eine oder andere Zeile dazu. Dabei kommen am Ende meist humorvollere oder politischere Texte als beim Original heraus.

Apropos politische Einstellung: hier heißt das Stichwort nämlich Audiolith. Dem stetigen Leser dieser Kolumne wird dieses herausragende Label bereits von der Band Egotronic bekannt sein. Mit ihrem Selbstverständnis einer linken, toleranten, antifaschistischen Weltanschauung nahmen sie Frittenbude, die diese Vorstellungen mehr als eindeutig in sich vereinen, 2010 unter Vertrag.

Und nun ist es endlich soweit: Frittenbude kommen mal wieder (fast) nach Kreuzberg. Am Tag des Redaktionsschlusses herausgekommen verspricht das neue Album mehr politische Haltung als je und nicht ganz so schnelle, basslastige Songs wie sonst. Sie präsentieren »Rote Sonne« am 30. März im Festsaal Kreuzberg (seit 2017 am Flutgraben in Treptow beheimatet und damit nur noch gefühltes Kreuzberg). Doch Achtung Uniform: bitte Bauchtasche und Hornbrille anlegen.

Erschienen in der gedruckten KuK vom März 2019.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.