Wirte gründen Interessengemeinschaft

Vier Wochen nach ihrem ersten Treffen kamen Wirte aus Kreuzberg abermals zusammen, um sich über die Situation zu beraten. Dass es nicht nur beim Reden bleiben soll, machte „Mrs Lovell“-Chef Rick Ellis deutlich, der auf ein baldiges drittes Treffen drängte. „Es eilt“, meinte er. Stand bei der ersten Zusammenkunft noch das Nichtraucherschutzgesetz im Mittelpunkt der Diskussion, so verlagerte sie sich nun auf die Frage, wie dem fortschreitenden Kneipensterben Einhalt zu gebieten sei. Schnell wurde klar, dass nachhaltige Maßnahmen nur gemeinsam mit einer klaren Organisationsstruktur ergriffen werden können.

So vereinbarte die Gruppe am Montagabend, zunächst eine Interessengemeinschaft „Kreuzberger Wirte“ zu bilden. Die IGKW soll in erster Linie die Gründung eines Vereines vorantreiben. Davon versprechen sich die Gastronomen eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber Ämtern und Politik. Darüber hinaus streben sie eine stärkere Vernetzung mit anderen Initiativen an, die sich aus ähnlichen Beweggründen zusammengeschlossen haben. Auch die Künstler, denen immer mehr Veranstaltungsorte abhanden kommen, sollen mit ins Boot genommen werden. Einige von ihnen verfolgen die Aktivitäten der Kneipenbetreiber bereits aufmerksam. Im Gespräch ist auch eine gemeinsame juristische Vertretung, die allerdings erst dann sinnvoll wird, wenn es durch den Verein einen entsprechenden Ansprechpartner gibt. Schließlich wurde eine Telefonkette vereinbart, mit deren Hilfe sich die Wirte gegenseitig schnell über aktuelle Ereignisse informieren können.

Bereits am 30. März wollen sich die Wirte wieder treffen, diesmal in der Cantina Orange. Das Treffen beginnt um 18 Uhr, und weitere Interessenten sind natürlich willkommen.

Cindy und Calle wieder da

Nach zweieinhalb Monaten sind Cindy und Calle wieder wohlbehalten in Kreuzberg angekommen. Die beiden Hobby-Globetrotter hatten sich Ende Dezember auf eine ausgedehnte Afrikareise begeben, bei der unter anderem auch die zuvor gesammelten Spenden für ein Frauenhaus in Mauretanien überbracht wurden. Auf der Hinreise hatte sie ihr treuer Mercedes-Bus begleitet, der in Gambia plangemäß verkauft wurde – dort wird er trotz roter Umweltplakette noch einige Jahre fahren dürfen. Weiter ging es dann mit Boot, Pferdekarren, Taxi und schließlich mit Flugzeug und Bahn. Trotz zahlreicher Komplikationen sind Cindy und Calle zufrieden. „Gehabte Schmerzen hab‘ ich gerne“, schreiben die beiden in ihrem letzten Reise-Newsletter. Nach der Ankunft heute morgen um acht Uhr, ist jetzt wohl erstmal ausschlafen angesagt. Schließlich müssen sie heute Abend fit sein, um mit den Daheimgebliebenen ihre Wiederkehr zu feiern – im Too Dark, wo alles anfing.