Kürzungen bei Kultur und Sozialem

Bezirksamt kritisiert Haushaltspläne des Senats

Das Hauptgebäude der Amerika-Gedenkkbibliothek aus der LuftperspektiveAuch die Zentral- und Landesbibliothek ist von den vom Senat geplanten Haushaltskürzungen betroffen. Foto: rsp

Es sind massive Kürzungen, die der Berliner Senat in seinem Haushaltsplanentwurf für die Jahre 2026 und 2027 vorsieht – und zwar in allen Bereichen.

So sollen etwa die Mittel, die den Bezirken im Kulturbereich zur Verfügung gestellt werden, um 25 Prozent gekürzt werden. »Diese drastischen Kürzungen werden vor Ort zu harten Einschnitten führen«, schreibt das Bezirksamt in einer Pressemitteilung. »Weniger Ausstellungen, weniger ausgestellte Künstler*innen, weniger Veranstaltungen, weniger Vermittlungsangebote, weniger geförderte Projekte.«

Zwar hat der Senat den Bezirkskulturfonds um knapp 15 Prozent erhöht, doch dafür sind Positionen wie Ausstellungsvergütungen oder der Topf »Bezirkliche Projekte im Stadtraum« komplett gestrichen worden.

Auch Landeseinrichtungen wie die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) klagen über fehlende Gelder. Bereits im laufenden Jahr fehlen der ZLB laut eigenen Angaben rund 2,2 Millionen Euro. Im neuen Haushalt sei die Kürzungssumme zwar abgemildert worden, doch würden andererseits steigende Betriebskosten nicht gegenfinanziert, sodass es am Ende auch für die Folgejahre bei dem Fehlbetrag von 2,2 Millionen Euro bleibe. Die Bibliothek reagiert darauf bereits seit Anfang Juli mit einer Verkürzung der Servicezeiten und einer Reduktion von Veranstaltungen. Zudem müssten in den kommenden fünf Jahren 30 Stellen abgebaut werden.

Doch nicht nur im kulturellen Bereich werden künftig Gelder fehlen. So kritisiert das Bezirksamt die Pläne des Berliner Senats, im kommenden Haushalt die Finanzmittel für soziale und präventive Maßnahmen für mehr Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Raum und zur Vermeidung von Sucht und Obdachlosigkeit zu streichen. Von allen beim Sicherheitsgipfel beschlossenen Maßnahmen im Görlitzer Park bleibt so einzig der umstrittene Zaunbau.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Oktober 2025 (auf Seite 1).

Solidarität und Gemeinschaft

Winterliches Engagement für Obdachlose in Kreuzberg

Essensausgabe am SüdsternSolidarisch durch den Winter. Am Südstern gibt es jeden Freitag warmes Essen. Foto: mog61

In Kreuzberg zeigt der Winter ein solidarisches Gesicht: Zahlreiche Initiativen engagieren sich für obdachlose Menschen. Von einem einmaligen Flohmarkt zugunsten wohnungsloser Menschen, den das Bezirksamt am 15. November 2024 organisiert hat, bis hin zu wöchentlichen Essensausgaben und Duschangeboten im Kiez reicht das vielfältige Engagement. Eine detaillierte Übersicht gibt es hier.

Auch der gemeinnützige Verein mog61 e.V. trägt mit seinem Winterprojekt »EinTopf für alle« aktiv dazu bei, die kalten Monate für obdachlose und bedürftige Menschen etwas wärmer zu gestalten. Seit dem 1. November werden jeden Freitag am Südstern warme Mahlzeiten sowie Kleidung und Decken ausgegeben – begleitet von einer wärmenden Feuerschale.

Ein besonderer Höhepunkt des Projekts steht am Freitag, den 13. Dezember 2024 bevor. Denn ab 18 Uhr lädt mog61 e.V. zu einer vorweihnachtlichen Feier vor dem Tiny House am Südstern (U7) ein. Gemeinsam werden nicht nur Geschenke an Bedürftige verteilt, sondern auch ein Fest der Solidarität gefeiert. »Wir wollen den Menschen, die oft ohne Dach über dem Kopf leben, zeigen, dass sie nicht alleine sind«, erklärt Marie Hoepfner, die mog61 e.V. Vorsitzende.

Das Fest richtet sich nicht nur an Obdachlose und Bedürftige, sondern lädt die gesamte Nachbarschaft zum Austausch und zur Begegnung ein. »Es geht darum, Brücken zu bauen und Begegnungen zu schaffen – unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Alter oder Behinderung. Wir wollen Wärme und Freude schenken und gleichzeitig auf das Thema Obdachlosigkeit aufmerksam machen«, so Marie Hoepfner weiter.

Das Fest wird vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg sowie einigen Gewerbetreibenden und Nachbar:innen unterstützt und bietet neben Live-Musik und einem gemeinsamen Essen auch Raum, um Tipps zu erhalten und Hilfe zur Selbsthilfe kennenzulernen.

»Kommt vorbei und feiert mit uns ein Fest der Menschlichkeit und Gemeinschaft«, lädt mog61 e.V. abschließend ein. Ein Appell, der niemanden unberührt lassen sollte.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Dezember 2024 (auf Seite 13).