Engagement fast bis zum Umfallen

Der Möckernkiez e.V. kümmert sich um Kultur, sozialen Zusammenhalt und mischt sich ein

Im Möckernkiez e.V. aktiv: Eva Zimmermann, Meike von Appen, Anja Koeller, Thomas Fues (v.li.). Foto: ksk

An der Wand hängen ganz viele Zettel. Da steht mit buntem Filzstift geschrieben: »AG Mobilität«, »AG Barrierefreiheit«, »AG Kommunikation« und »AG Grüner Daumen«. Wer im Netz den Terminkalender des Möckernkiez e.V. studiert, gewinnt vollends den Eindruck, es handle sich um eine ausgewachsene Volkshochschule.

Anderswo leben Menschen häufig nebeneinander her und wissen kaum voneinander. Im Möckernkiez soll das anders sein. »Ich bin hergezogen mit dem Gedanken: Hier kann man sich engagieren, bis man tot umfällt. Hier gibt es soziale Treffpunkte«, sagt Meike von Appen von der AG Kultur.

Heute Vormittag zum Beispiel einen Kurs zum »Sicheren Umgang mit dem Smartphone«. Danach tagt die Öko AG zum Dragonerareal, später ist »Yoga am Mittag« angesagt. Am Nachmittag Kindercafé, Malgruppe und noch ein Hausgruppentreffen.

Die 471 Wohnungen im Möckernkiez gehören alle einer Genossenschaft. Vor einigen Jahren geriet das ehrgeizige Projekt wegen Geldproblemen in die Schlagzeilen. Doch inzwischen sind alle Wohnungen bezogen und es ist Ruhe eingekehrt.

Gewiss, die Mieten liegen nicht eben niedrig. Andererseits muss niemand fürchten, von Spekulanten herausgeklagt zu werden. Es ist ein ökologisches und vor allem ein soziales Modellprojekt. Besonders wichtig sind die Gemeinschaftsräume – der schöne »Multifunktionsraum«, die Werkstatt, der Cafébereich »Möca«.

Dort treffen sich Arbeitsgruppen, dort wird der 14-tägige Newsletter erstellt, dort tagen die Hausgruppen. Heute zie­hen Eva Zimmermann, Meike von Appen, Anja Koeller und Thomas Fues vom Moeckernkiez e.V. dort eine Bilanz.

Treffpunkt Möca. Foto: ksk

Tatsächlich ist der Verein sogar älter als die Genossenschaft selbst und so etwas wie ihre Keimzelle gewesen. Aber mit den vielen Angeboten richtig in Fahrt gekommen ist er erst jetzt. Ein Jahr lang haben die Aktiven Erfahrungen gesammelt. Jetzt wollen sie »noch mehr nach außen gehen«, sagen sie, »und klarmachen, dass Menschen aus der Umgebung auch eingeladen sind«.

Denn der Verein betreibt nicht nur Nabelschau, sondern mischt sich ein. Zu einem Vortrag des Verbands der Wohnungsunternehmen kamen mehr als 100 Zuhörer. Spitzenpolitiker von Linken und Grünen sprachen vor, und weil der Möckernkiez eine »Genossenschaft von unten« ist, so Thomas Fues, gehen Mitglieder auch mal demonstrieren, wenn es gegen hohe Mieten geht.

Im Möckernkiez ist mächtig viel los. Von Appen erinnert an den Vortrag eines Bestatters: »Nachher konnte ich mit meiner 98-jährigen Mutter über das Thema sprechen.« Eva Zimmermann stellt Fotos aus und hat einen eigenen Film mit dem Titel »Zeitzeugen« gezeigt.

Jetzt muss sich das reiche kulturelle und soziale Leben hinter der eher abschreckend wirkenden Front an der Yorckstraße nur noch mehr herumsprechen. Zimmermann hat schon Leute getroffen, die sagten: »Dass hinter diesem Block da Menschen wohnen – da wäre ich nie drauf gekommen.«

Hier der aktuelle Veranstaltungskalender des Möckernkiez e.V.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Dezember 2019.

Endlich wieder Schlange stehen

Mustafa’s Gemüse Kebap hat den Brand überlebt

Das Ziel aller Träume – Mustafa’s Gemüse Kebap, jetzt direkt neben dem Finanzamt. Foto: ksk

Ein Döner ist ein Döner, könnte man meinen, aber bei näherer Betrachtung ist das gar nicht so. Neben Dönern, die einfach nur Döner sind, existiert nämlich Mustafa’s Gemüse Kebap. Der ist etwas Besonderes und weil das nicht nur so ist, sondern auch in vielen Reiseführern steht, gibt es dort außer Kebap fast immer eine unglaublich lange Schlange.

Gab es jedenfalls bis Anfang Oktober. Damals brannte am Mehring­damm ei­ne Fri­­teuse, glück­licherweise wurde keiner verletzt, aber seitdem war Schluss mit dem Kebap und mit der Schlange, wo Touristen ein schönes Selfie hätten schießen können.

Jetzt sind sie wieder da! Zwar nicht am alten Standort, das war »aus Gründen der Behinderung des Fuß- und Radverkehrs nicht möglich«, so mäkelte das Bezirksamt. Aber ein paar Meter weiter, in ei­nem Imbisswagen, Richtung Finanzamt. Kebap wieder da, Schlange wie­der da. Die KuK wünscht Guten Appetit!

Erschienen in der gedruckten KuK vom Dezember 2019.

Weine nicht, wenn der Regen fällt …

Auf einigen Balkonen im Gewobag-Hochhaus in der Friedrichstraße kommt es dann zu Problemen

Alexander Gustov ist mit dem Service des kommunalen Wohnungsunternehmens sehr unzufrieden. Foto: ksk

Ortstermin in der Friedrichstraße 4. Es ist heiß, seit zwei Wochen hat es nicht mehr geregnet. Trotzdem sind auf dem Balkon von Frau Melnikowa noch die Spuren zu sehen, die das Wasser hinterlassen hat. Auf dem Balkon einer Nachbarwohnung steht es sogar jetzt noch zentimeterhoch. Die Frau vom Gesundheitsamt legt die Stirn in sehr kritische Falten. »Das ist ja nicht schön«, sagt sie. »Wir kümmern uns darum.«

Das markante Hochhaus am Mehringplatz gehört der Gewobag, einem von sechs kommunalen Wohnungs-unternehmen in Berlin. In Zeiten steigender Mieten und drohender Gentrifizierung erscheinen kommunale Gesellschaften vielen als eine Art Paradies, das Schutz bietet vor dem Angriff geldgieriger Immobilienspekulanten. Dass das Wohnen bei der Gewobag nicht immer so paradiesisch ist, erfahren gerade einige Mieter in der Friedrichstraße.

»Es geht um die Balkone«, sagt Alexander Gustov. »Jedes Mal wenn es regnet, stehen sie voller Wasser. Das ist richtig schmutzig und steht dort tagelang, bis es verdunstet.« Er vermutet, dass bei der umfangreichen Sanierung des Hochhauses die Abwasserrohre verstopft worden sind. Die Eltern des 41-Jährigen wohnen im fünften Stock, weil sie wenig Deutsch sprechen, hat er sich der Sache angenommen.

• Nach dem Wolkenbruch vom 6. Juni gibt Gustov im Gewobag-Callcenter eine Mängelanzeige auf. Einen Handwerkertermin bekommt er nicht.

• Ein paar Tage später regnet es erneut, der Balkon steht komplett unter Wasser. Gustov ruft wieder an: »Das ist praktisch ein Notfall!« Er sei nicht der einzige, habe man ihm gesagt, berichtet er. Er solle warten, bis er an der Reihe sei. Gustov wendet sich an das übergeordnete Service-Center. »Es ist eine Überflutung im Gang«, sagt er. Nichts geschieht.

• Dienstag nach Pfingsten verlangt Gustov erneut einen Handwerkertermin. Statt immer nur im Call-Center abgefertigt zu werden, will er jetzt einen Mitarbeiter der Firma sprechen. Vergeblich. Man habe ihm versprochen, der Zuständige werde zurückrufen, erzählt er. Aber Gustov wartet umsonst.

• Nach einer Woche ist Gustov richtig sauer. Er fährt schweres Geschütz auf, alarmiert den zentralen sowie den örtlichen Mieterbeirat und regt dort an, am besten gleich den Berliner Senat einzuschalten. Er macht eine Anzeige beim Gesundheitsamt und bei der Wohnungsaufsicht.

Plötzlich entsteht Bewegung: Zwei Gewobag-Leute inspizieren den Balkon. Handwerker machen einen Termin. Endlich! »Zwei Wochen lang ist nichts passiert«, schimpft Gustov. »Man ruft an und wird immer nur vertröstet. Das kann doch nicht sein!«

Die Gewobag selbst gibt auf Nachfrage zu, dass es »durch den Starkregen der letzten Wochen im Ablaufsystem einiger Balkone der Friedrichstraße zu Problemen kam«. Inzwischen sei eine Rohrreinigungsfirma mit der Reparatur beauftragt worden. Dass es so lange dauerte, sei auch Schuld der Mieter. Diese hätten »verschiedene Wege zur Klärung des Problems genutzt«, heißt es, ‚»wodurch es zu Informations- und Zeitverlusten kam«.

Alexander Gustov sieht das natürlich anders. Er hält die Gewobag für hoffnungslos überfordert. »Vom Allgemeinwohl haben die sich in meinen Augen längst verabschiedet. Das ist sozialer Wohnungsbau, da wohnen Menschen, die sich nicht viel leisten können. Das nutzen die schamlos aus!« Dass über das Vorkaufsrecht noch mehr Wohnungen an die Gewobag fallen, findet er keine gute Idee – »wenn man bedenkt, welche chaotischen Zustände von dieser Firma verursacht werden«.

Und das Wasser? Gustov glaubt nicht, dass die Handwerksfirma das Problem wirklich lösen konnte. Jetzt warten er und seine Eltern gespannt darauf, dass wieder Regen fällt.

Update in der September-Ausgabe: Die KuK berichtete …

Erschienen in der gedruckten KuK vom Juli 2019.

Gegen Verdrängung und hohe Mieten

Kiezversammlung in der Heilig-Kreuz-Kirche

Oben auf dem Empore lagen noch die Liedtexte vom Konfirmationsgottesdienst, in den Ecken kuschelte sich das rote Licht der Scheinwerfer. Durch den dämmrigen Kirchenraum bewegten sich einzelne Wortfetzen wie Schiffe auf hoher See: »Milieuschutz! Umwandlung! Vorkaufsrecht! Negativzeugnis! Dachgenossenschaft!«

Kiezversammlung in der Heilig-Kreuz-Kirche gegen Verdrängung und steigende Mieten. Immer mehr Menschen sind in Kreuzberg von Mieterhöhungen betroffen, von Kündigungen, von Gentrifizierung und dem Verkauf von Wohnraum an Spekulanten. Bei dem Treffen ging es darum, sich besser zu vernetzen, um Solidarität und Erfahrungsaustausch. Und darüber schwebte die klassische Frage: Was tun? – wie das große weiße Segel im Kircheninnenraum.

Steff warb für Systemveränderung: »Die Probleme lassen sich nicht regulieren, sondern nur abschaffen.« Rainer will »die Verdrängung drastisch stoppen«. André bekannte: »Wir setzen uns vor das Haus, wenn der Gerichtsvollzieher kommt.« Dann wurde in Arbeitsgruppen etwas substantieller zu Detailproblemen diskutiert.

Wichtigstes Ergebnis des Abends war wohl, dass sich die Initiativen vorstellten und nun jeder weiß, an wen er sich notfalls wenden kann:

Erschienen in der gedruckten KuK vom Juni 2019.

Es gibt nicht immer ein Happy End

Klaus Stark spricht mit Antje Lange vom Förderverein des House of Life

Antje Lange Foto: ksk

Wer erklären will, womit sich Antje Lange beschäftigt, muss zuerst über das House of Life reden. Das ist eine Pflegeeinrichtung für junge Erwachsene in der Blücherstraße. Hier landen Menschen, die zu jung für ein Seniorenheim sind und zu krank für betreutes Wohnen. Meist nach schweren Schicksalsschlägen: einem Unfall, einem Schlaganfall, einer langen Suchtproblematik oder chronischen Krankheiten – wie der furchtbaren Chorea Huntington, wo man nur zusehen kann, wie ein Mensch allmählich die Kontrolle über sich verliert.

Antje Lange ist 77 Jahre alt und engagiert sich seit zwölf Jahren im Förderverein. Die Einrichtung selbst ist für die Pflege der Patienten zuständig, der ehrenamtlich tätige Verein kümmert sich um ergänzende Angebote. »Projekte«, sagt sie. »Wir hatten schon so viele Projekte!« Da ist das »Café Bohne«, das am Wochenende geöffnet hat. Der Computerraum. Drei Bücher haben sie herausgegeben, über Bewohner, über Pflegekräfte und Angehörige, über den Kontakt mit Geflüchteten. Konzerte gibt es, jedes Jahr einen Kalender, die »Kiez-Community« knüpfte ein Netz mit der Nachbarschaft.

»Ziel ist immer, dass es ein Happy End gibt«, sagt sie. Doch in einer Einrichtung wie dem House of Life gibt es nur selten ein Happy End. Selbst zu einem Konzert unten auf der großen Bühne kommen von den mehr als hundert Bewohnern oft nur wenige herunter. »Aber wenn auch nur zwei, drei richtig begeistert sind, ist das schon ein sehr schönes Gefühl!«

Als sie damals in Rente ging, hatte sie nach einer neuen Herausforderung gesucht: »Ich hab immer bei irgendwas mitgemacht.« Vielleicht hängt das damit zusammen, dass sie als Kriegskind noch die Flucht aus dem heimatlichen Danzig miterleben musste. Da saß sie als dreieinhalbjähriges Mädchen hinten im DKW, der von Pferden gezogen wurde, weil es keinen Sprit mehr gab. »Jedes Kind durfte ein Spielzeug mitnehmen, ich hab meinen Puppenwagen genommen und alles hineingestopft, aber das ging natürlich nicht.« Sie erinnert sich noch heute an Tieffliegerangriffe, bei denen alle in die Straßengräben sprangen: »Ich dachte, wir spielen Verstecken!«

Hamburg, eine kurze Episode in Bayern, dann Köln. Antje ging aufs Mädchengymnasium und hatte in der Oberstufe Dorothee Sölle als Religionslehrerin. Die große, unkonventionelle Theologin, die den christlichen Glauben von Auschwitz her neu interpretierte und Sätze prägte wie: »Am Ende der Frage nach Gott steht keine Antwort, sondern eine Umarmung.« Wenn sie an diese Zeit zurückdenkt, sagt Antje Lange: »Dadurch ist das alles gekommen.«

Das alles war erst einmal ein Studium der Germanistik, Philosophie und evangelischen Theologie, eine Stelle am Institut für Deutsche Sprache, dann in der Bundestagsverwaltung – zunächst in der Parlamentsdokumentation und die letzten 16 Jahre ihrer Berufstätigkeit als Gleichstellungsbeauftragte der Bundestagsverwaltung. Dort setzte sie sich für die Rechte der Frauen ein. Rita Süßmuth hat sie erlebt, Wolfgang Thierse, kurz noch Norbert Lammert.

An der Pforte saßen damals überwiegend Herren in Dienstkleidung, selbst die Bundestagsdrucksachen durften nur von gestandenen Männern verteilt werden. »Das entstand ja aus dem Nichts und musste alles neu aufgebaut werden. Da waren ein paar harte Bretter zu bohren!« Nun kann Lange schon eine Position vertreten, aber verbissen ist sie nicht. Nur in einer Sache kennt sie keinen Kompromiss: »In den Parlamenten sollten gleich viele Frauen wie Männer sitzen. Das fällt so auf bei der EU: Da ist nur Frau Merkel, ab und zu ein blauer oder roter Punkt, das ist doch unmöglich, wenn 50 Prozent der Einwohner Frauen sind!«

Aber darum sollen sich jetzt bitte Frau Barley und Frau Giffey kümmern. Antje Lange hat im House of Life zu tun. Ihr neuestes Projekt dort heißt »Kultur am Mittag«. Die Idee ist, dass große Konzertsäle und Theaterbühnen auch nachmittags öffnen, damit Menschen mit Behinderung besser daran teilnehmen können. »Das alles ist noch ganz am Anfang«, sagt sie eifrig, »aber Berlin hat den Auftrag, gemäß der UN-Behindertenkonvention.« Und die 77-Jährige strahlt, als ob sie gerade erst 50 geworden wäre.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Mai 2019.

Geheimwaffe gegen Immobilienhaie

Nach der Rekommunalisierung fordern die Mieter der Wrangelstraße 66 jetzt mehr Mitspracherechte

Ein ganz besonderes Haus: Wrangelstraße 66. Foto: ksk

Oben im ersten Stock klebt ein buntes, aufmüpfiges Plakat. Sonst schaut die Wrangelstraße 66 aus wie ein gewöhnliches Jugendstilhaus. Ist sie aber nicht. Hier hat der Bezirk Ende 2015 erstmals das kommunale Vorkaufsrecht ausgeübt – seine Geheimwaffe, um Mieter vor geldgierigen Immobilienhaien zu schützen. Inzwischen gehört das Haus der kommunalen Gewobag AG.

Joachim, 54 Jahre, erinnert sich noch gut an die Ungewissheit, als die 30 Wohnungen an einen privaten Investor aus Luxemburg verkauft werden sollten. Die Bewohner fürchteten Mieterhöhungen und wandten sich an den Bezirk. »Es war ein langer Weg, am Ende hat’s geklappt«, sagt Joachim. »Die Verwaltung hat sich wahnsinnig engagiert.« Besonders dem damaligen Grünen-Baustadtrat Hans Panhoff ist er »unendlich dankbar«.

Erst war die Euphorie groß. »Das Haus wird Gemeingut«, bloggte die Hausgemeinschaft. Nun ist Gemeingut in Händen einer kommunalen Gesellschaft so eine Sache. Tatsächlich hat sich für die Mieter gar nicht so viel geändert. Sie müssen keine Angst mehr haben, weggentrifiziert zu werden, das schon. Aber die Miete ist gerade so hoch wie zuvor und ihre Position als Mieter hat sich nicht wirklich verbessert.

Deshalb fordert der Hausverein nun von der Gewobag mehr Mitspracherechte. Er will mitentscheiden, wer neu einzieht, bei Instandhaltung und Modernisierung angehört werden, bei der Vergabe von Gewerberäumen ein Wort mitreden. Vielleicht wäre auch ein sozialer Träger mit betreutem Wohnen für Jugendliche und Alleinerziehende nicht schlecht?

»Wir haben ja einen Verein«, heißt es. »Wir wissen, was in dem Haus gut läuft und was nicht. Die Gewobag macht viele Dinge, die nicht richtig zielführend sind.«

Der Hausverein Wrangel 66 e.V. ist mit seinen Ängsten und Wünschen nicht allein. Ein paar Meter weiter, in der Wrangelstraße 77, gab es vor Kurzem nach einer versuchten Besetzung einen heftigen Polizeieinsatz. Anfang April demonstrierten Zehntausende gegen hohe Mieten. Auch kommunaler Besitz, so das Bündnis »Kommunal & selbstverwaltet Wohnen«, sei nicht dauerhaft vor Privatisierung sicher. Gefordert wird deshalb die Kollektivierung von Grundstücken und Immobilien in den Händen eines »Bodenrates«.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Mai 2019.

Moritzplatz wird Kältebahnhof

BVG und Senat einigen sich doch noch auf eine gemeinsame Lösung

Noteingang: Der U-Bahnhof Moritzplatz bleibt im Winter nachts für Obdachlose geöffnet. Foto: ksk

Der Ostwind bläst über den Moritzplatz. Es ist bitterkalt. Jetzt um Mitternacht ist auf dem U-Bahnhof nicht mehr viel los. Im Zwischengeschoss liegen zwei Obdachlose neben dem Geldautomaten, an der Wand gegenüber redet ein dritter laut mit sich selbst. Unten bei den Gleisen kauert ein weiterer Mann in sich versunken zwischen acht leeren Bierflaschen. Hier sind sie wenigstens vor der schneidenden Kälte geschützt. Die ganze Nacht über – auch nach der letzten U-Bahn um 0:54 Uhr – wird der Bahnhof bis zum Morgen offen bleiben.

Nach längerem Streit haben sich die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Senatsverwaltung für Soziales endlich auf eine gemeinsame Lösung verständigt: Neben dem Moritzplatz (U8) öffnet auch Lichtenberg (U5) nachts für Obdachlose die Tore. Inzwischen wurden mobile Toiletten eingerichtet, Sicherheitsleute und Sozialarbeiter sollen regelmäßig vorbeischauen, auch der Kältebus wird die Bahnhöfe nachts anfahren. Von der Stadtmission stammt die Idee, direkt daneben beheizte Wartecontainer aufzustellen, die ständig besetzt sind und wo heißer Tee ausgeschenkt wird. Wie schnell das geht und wo genau sie dann stehen werden, ist noch unklar. »Auf jeden Fall noch vor Weihnachten«, verspricht Sprecherin Ortrud Wohlwend.

»Niemand wird in Berlin in kalten Nächten einfach auf die Straße geschickt«, hatte BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta verkündet. Und Sozialsenatorin El­ke Breitenbach (Linke) dankte allen Beteilig­ten, dass sie »in einer schwierigen Situation den Dialog gesucht und gemeinsam eine Lösung gefunden haben«. Tatsächlich hatte es hinter den Kulissen ganz gewaltig gekracht.

Erst verkündete die BVG im September, dass es diesen Winter gar keine Kältebahnhöfe geben werde. Begründet wurde das vor allem mit Sicherheitsbedenken. Wegen der wachsenden Anzahl von Wohnungslosen vor allem aus Osteuropa sei die Lage nicht mehr beherrschbar: Immer wieder stürzten Menschen ins Gleisbett oder verrichteten dort ihre Notdurft – was wegen der Stromschienen lebensgefährlich sein kann.

Als Sozialverbände diese Entscheidung als »unmenschlich« kritisierten, bot die BVG im Oktober rund 30 leerstehende Technikräume an. »Es gab eine Menge Begehungen«, bestätigt Regina Kneiding, Sprecherin der Senatsverwaltung für Soziales.

BVG sieht Bahnhöfe nur als Notnagel

Aber der Senat konnte sich mit keinem Vorschlag anfreunden, auch ein ungenutzter Fußgängertunnel am Alexanderplatz fiel unter den Tisch.Ende November sanken die Nachttemperaturen dann erstmals unter den Gefrierpunkt und der BVG blieb nicht anderes übrig als nachzugeben. »Es war klar, dass am Ende wieder alles an uns hängen bleibt«, schimpft Sprecherin Petra Reetz.

Die Zahl der Obdachlosen in Berlin wird auf 4.000 bis 6.000 geschätzt. Im Rahmen der Kältehilfe stehen bis zu 1.200 Übernachtungsplätze zur Verfügung. Die beiden U-Bahnhöfe sind für die ungefähr 80 bis 100 Menschen gedacht, die diese Einrichtungen aus unterschiedlichen Gründen nicht nutzen – weil sie ihren Hund mitnehmen, nachts Alkohol trinken, Drogen einwerfen oder einfach ihre Ruhe haben wollen. Manche haben auch psychische Probleme mit geschlossenen Räumen.

Für die BVG sind die Bahnhöfe trotzdem allenfalls ein Notnagel, aber keine Lösung. »Da können Sie sich nicht mal die Hände waschen«, sagt Sprecherin Reetz. Sie verlangt vom Senat alternative, niederschwellige Angebote. Dort setzt man offenbar auf die geplanten, noch gar nicht existierenden »Warte- und Wärmehallen« an den Bahnhofseingängen und feiert sie schon als Modellprojekt, das sich »dauerhaft etablieren« könnte.

Mehr Infos: Kältehilfe Berlin

Wärmebus des DRK: 0170 / 910 00 42

Kältebus der Berliner Stadtmission: 0178 / 523 58 38

Kommentar: Winter ist nicht irgendwann

Erschienen in der gedruckten KuK vom Dezember 2018.

Winter ist nicht irgendwann

U-Bahnhöfe sind gefährlich und eignen sich nicht wirklich gut als Übernachtungsplätze für eine wachsende Anzahl von Obdachlosen. Das hätte man schon im Sommer wissen können. Dass der Winter irgendwann vor der Tür stehen wird, ebenfalls. Trotzdem sah der Senat offenbar keinen Anlass, sich rechtzeitig um Alternativen für diejenigen Menschen zu kümmern, für welche die bereits existierenden Angebote der Kältehilfe eine zu hohe Hürde darstellen.

Das riecht nach Symbolpolitik: Hauptsache gute Gesinnung und große Worte – die Arbeit aber lässt man lieber andere machen. In diesem Fall die BVG, die aber mit der Betreuung von Wohnungslosen schlicht überfordert ist. Jetzt plötzlich sollen es neue »Warte- und Wärmehallen« richten – in zwei Wochen oder in drei Wochen oder halt irgendwann. Für eine Stadt wie Berlin ist das eher peinlich: Winter ist nicht in zwei Wochen oder an Weihnachten, sondern jetzt.

Moritzplatz wird Kältebahnhof

Erschienen in der gedruckten KuK vom Dezember 2018.

Vorsorge für den Notfall

Mehrgenerationenhaus informiert zur Patientenverfügung

Den entscheidenden Satz sprach Sterbebegleiterin Angelika Rudolph am Ende ihres Vortrags aus: »Es ist niemand hier, der einmal nicht sterben wird.« Kaum etwas auf der Welt ist so sicher wie diese Gewissheit. Deshalb ist es gut, sich vorher rechtzeitig um wichtige Dinge zu kümmern. Und deswegen bot das Mehrgenerationenhaus in der Gneisenaustraße am 13. November eine Informationsveranstaltung zur Patientenverfügung an.

Ein schwieriges, kompliziertes Thema. Wer im Fall einer schweren Krankheit mit Hilfe der modernen Apparatemedizin möglichst lange weiterleben will, erklärte Sabine Harder vom Betreuungswerk Berlin, »der braucht keine Patientenverfügung. Das macht der Arzt von alleine.« Wer aber nicht endlos lange wiederbelebt, künstlich beatmet oder ewig bewusstlos im Koma liegen will, der sollte sie ausfüllen. Es geht also um eine Abwägung, bei der jeder sich zuvor über sein Verhältnis zum Tod und zum eigenen Körper klarwerden muss.

Eine gute Idee ist es, vorher eine Vorsorgevollmacht auszufüllen und dort das Kästchen »Gesundheitssorge« anzukreuzen. Damit wird eine konkrete Person benannt, welche sich im Notfall darum kümmert, dass sich der Arzt an die Patientenverfügung hält.

Die Verfügung selbst ist eine Willenserklärung für einen späteren Zeitpunkt, in dem der Patient seinen Willen nicht mehr erklären kann. Sie muss schriftlich vorliegen, kann relativ formlos sein und sollte in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Wichtig ist, dass ein Arzt die »Einwilligungsfähigkeit« des Patienten bei der Abfassung bestätigt und dass die Wünsche mit Blick auf lebenserhaltende Maßnahmen möglichst genau formuliert werden. Dazu gehören etwa Dialyse, Antibiotika, künstliche Beatmung, Gabe von Blutbestandteilen oder Sterbeort.

Ein sehr intimes Thema, bei dem Betreuerin Sabine Harder viele Fragen aus dem 30-köpfigen Publikum zu beantworten hatte. »Muss man damit zum Notar?« Harder: »Nein. Einen Notar braucht man nur, wenn man eine Immobilie besitzt.« – »Was mache ich, wenn ich keine Ange hörigen habe?« Harder: »Vielleicht können Sie ein Netz aufbauen aus Nachbarn oder Freu-den?« »Ich trau mich meine Freunde gar nicht zu fragen…« Zustimmendes Murmeln im Saal. Offenbar war die Fragestellerin mit diesem Problem nicht allein.

Weitere Infos unter diesem KuK-Link und beim Betreuungswerk

Erschienen in der gedruckten KuK vom Dezember 2018.

Häufig sitzt er zwischen allen Stühlen

Klaus Stark besucht Parkmanager Cengiz Demirci in seinem Bauwagen im »Görli«

Cengiz Demirci Foto: ksk

Ein sonniger Herbsttag im Görlitzer Park. Ein paar Jogger, Fahrradfahrer, Frisbee-Spieler, eine junge Frau mit ihrer kleinen Tochter am Kinderbauernhof. Keine zehn Meter davon entfernt bietet ein Dealer seine Ware an. »Geht’s gut?«, flüstert er mit heiserer Stimme. »Weed?« Seine Kollegen lungern um die Bänke an den Kreuzungen und Parkeingängen herum, bis zu 200 sind es an manchen Tagen. Mitunter gehen die Drogengeschäfte ganz offen vor sich, und jeder kann zusehen, wie Stanniolpäckchen mit Gras den Besitzer wechseln. Alles wirkt ruhig und doch liegt eine leichte Spannung in der Luft.

»Es ist besser geworden«, sagt Cengiz Demirci, »es gibt weniger Beschwerden.« Der 45-Jährige ist seit zwei Jahren Parkmanager im »Görli« und kümmert sich darum, dass dort zumindest gewisse Regeln eingehalten werden: keine aggressive Anmache, kein Verkauf von Gras an Jugendliche, kein Sexismus gegenüber Frauen. »Wir haben zu den Dealern gesagt: Brüder, möchtet Ihr, dass jemand euren Schwestern hinterherpfeift und ruft: ‚Hey Baby, du hast aber einen heißen Knackarsch?‘ Nein? Dann lasst ihr es bitte auch.«

Der Parkmanager stellt so etwas wie die Antwort des rot-rot-grünen Senats auf das Scheitern der Null-Toleranz-Politik von Ex-Innensenator Frank Henkel (CDU) dar. »Friedliche Koexistenz« heißt jetzt das Motto. Die Dealer aus Nordafrika, Guinea, Gambia, Ghana, Mali oder Nigeria werden geduldet – soweit sie keine Randale machen. Demirci ist ohnehin der Meinung, dass Verbote nichts nutzen: »Berlin hat keine legalen Räume für Cannabis und ruft trotzdem Partytouristen in die Stadt. Die Nachfrage lässt das Angebot überhaupt erst entstehen. 80 Prozent der Dealer würden sofort arbeiten, wenn man sie nur arbeiten ließe.«

Cengiz Demirci wurde in Germersheim bei Lan-dau (Rheinland-Pfalz) ge-boren. »Ich bin eigentlich ein Gastarbeiterkind«, sagt er. Heilbronn, Istanbul, Kiel, Hamburg, in Hannover hat er Sozialpsychologie studiert, dann zog es ihn nach Berlin. Bei einer großen Fitness-Kette kümmerte er sich um Sozialprojekte, war Stadtteilkoordinator im Mierendorff-Kiez in Charlottenburg. Als er im Netz die Anzeige für den Parkmanager entdeckte, wusste er: »Das ist der Job, den ich gerne machen würde.«

Mit Ausgrenzung hat er selbst viel Erfahrung. »Ich lernte erst in der Schule, dass ich Ausländer bin. Meine Generation und die meiner Eltern, wir haben nie dazugehört, wir waren immer nur Humanressourcen.« Einmal hat der Psychologe 270 Bewerbungen umsonst weggeschickt. Schon seit Jahren sucht er eine Vier-Zimmer-Wohnung: »Wenn ich mit meinem Nachnamen anrufe, ist die Wohnung immer schon vergeben.«

Nicht nur wegen solcher Erlebnisse kann Demirci die Situation der Dealer gut verstehen. Tatsächlich sitzt Demirci in seinem Bauwagen im »Görli« meistens zwischen allen Stühlen. Beschäftigt wird er vom Bezirksamt, eine Art ideeller Chef war bisher der Gründungsrat, und ist nun der neu gewählte Parkrat. Und da hat es in der Vergangenheit mächtig gekracht.

Denn der Parkmanager hat große Visionen, die nicht alle teilen. Er versteht den Park als Experimentierfeld, möchte neue Formen der Bürgerbeteiligung ausprobieren, einen unabhängigen, autarken Görli schaffen, der sich selbst finanziert. Eine »Gemeinwohl-Ökonomie«, ein »besänftigter Kapitalismus« könnte das sein, mit Cafés, in denen Anwohner unter Anleitung technische Geräte reparieren, mit Werkstätten, wo aus Holzabfällen Souvenirs für Touristen hergestellt werden. Und Mieterträgen, die in einen Fonds fließen, eine Stiftung, die wiederum soziale Projekte speist. Demirci hat viele Ideen. »Auf diesem Weg könnten langfristig die Drogendealer zu einer würdevollen Arbeit finden«, sagt er.

Soweit die Utopie. Währenddessen schlägt draußen die Stimmung ganz plötzlich um. »Polizei, Polizei!«, schreit ein Schwarzer in Panik und rennt quer durch den Park. Zwei uniformierte Polizisten folgen, zwei Polizeiwagen mit Blaulicht hinterher. Nach ein paar Minuten hat sich alles beruhigt. Wachsame Augen sichern nach allen Seiten. Dann ist es wieder da, das heisere Flüstern: »Geht’s gut? Weed?«

Erschienen in der gedruckten KuK vom November 2018.

Der Südstern bleibt zu

BVG und Senat suchen nach Kältebahnhöfen

Statt am Südstern werden Obdachlose in diesem Winter an anderen Berliner U-Bahnhöfen übernachten können. Foto: ksk

Nachts nähern sich die Temperaturen draußen allmählich dem Gefrierpunkt. Währenddessen verhandeln die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) weiter darüber, auf welchen U-Bahnhöfen diesen Winter Obdachlose übernachten können. Eines scheint sicher: Der Bahnhof Südstern, wo die Tore im vergangenen Winter – neben Lichtenberg – auch nachts offen blieben, gehört nicht dazu.

Als die BVG im September ankündigte, die Bahnhöfe generell zu schließen, war die Empörung groß. Tatsächlich hatten die Verkehrsbetriebe gute Gründe: Angesichts einer stark zunehmenden Anzahl von Wohnungslosen aus Osteuropa entstünden Situationen, die »nicht beherrschbar sind«, hieß es. Immer wieder Stürze ins Gleisbett – was wegen der dort verlaufenden Stromschienen lebensgefährlich sein kann – , Notdurft, die zwischen den Gleisen verrichtet wurde, Alkohol- und Drogenmissbrauch. Alles das sei weder den BVG-Mitarbeitern noch den Fahrgästen noch den Obdachlosen selbst zuzumuten.

Deshalb wurde das Konzept jetzt geändert: Die Bahnsteige selbst bleiben zu, dafür will die BVG aber einige nicht genutzte, vielleicht sogar heizbare Räume in U-Bahnhöfen zur Verfügung stellen, zum Beispiel ehemalige Technikflächen. Infoflyer in sieben Sprachen sollen erstellt werden, die Sozialverwaltung müsste für Dixi-Klos, tägliche Reinigung und für Ansprechpartner sorgen. Weil zentral gelegen, sei der Alexanderplatz für so etwas eine gute Adresse, meint BVG-Sprecherin Petra Reetz: »Irgendetwas wird’s geben.« Von der BVG seien mehrere Orte angeboten worden, die Entscheidung läge jetzt beim Senat.

Es hätten bereits zwei Besichtigungen stattgefunden, nun gebe es noch eine weitere, bestätigt dort Sprecherin Karin Rietz: »Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales ist weiterhin im konstruktiven Dialog mit der BVG.«

Erschienen in der gedruckten KuK vom November 2018.

Eine gerechte Welt ohne Armut

Oxfam sucht Ehrenamtliche für neuen Shop

In der Bergmannstraße eröffnet im November ein neuer Oxfam-Shop. Foto: ksk

Derzeit macht das Geschäft noch einen verlassenen Eindruck, nur im Schaufenster hängt schon ein großes grünes Plakat. Das soll sich jetzt bald ändern: In der Bergmannstraße, direkt neben dem Stadtteilausschuss, eröffnet am 24. November ein neuer Oxfam-Shop. Die internationale Hilfsorganisation betreibt in Deutschland bereits 52 solcher Shops, in Berlin wird es neben Schöneberg, Wilmersdorf, Spandau und Prenzlauer Berg nun der siebte sein.

Oxfam wurde 1942 in Großbritannien gegründet, damals mit dem Ziel, die Folgen der deutschen Besatzungspolitik in Griechenland während des Zweiten Weltkriegs zu lindern. Heute schreibt sich die Organisation den Kampf für eine gerechte Welt ohne Armut auf die Fahnen. Dazu wird kurzfristige Nothilfe bei Katastrophen geleistet, es werden längerfristige Projekte und Kampagnen organisiert. Neben staatlichen Geldern und Spenden sind die Shops, in denen Ehrenamtliche gut erhaltene Second-Hand-Sachen verkaufen, eines der Standbeine der Organisation.

In dem Laden in der Bergmannstraße, so Shop-Referent Jonas Lumpe, soll es Kleidung geben, gebrauchte Bücher, Medien und »dies und das«, also Porzellan, Glaswaren und Schmuck. Dringend sucht er aber noch Ehrenamtliche, die Lust haben, möglichst feste Schichten von wöchentlich fünf Stunden zu übernehmen und auch mal samstags zu arbeiten. Der gesamte Shop wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut, nötig sind am Ende etwa 60 Helfer.

»Und die haben wir noch nicht alle«, sagt Lumpe. Aber pessimistisch ist er trotzdem nicht. Ob nun Rentner, die sich ein wenig langweilen, oder Studenten, die Erfahrungen im Einzelhandel sammeln wollen: »Ich merke immer wieder, dass Leute einfach Spaß daran haben.«

Kontakt: Oxfam, Shop-Referent Jonas Lumpe: jlumpe@oxfam.de oder 030 / 453069-223. Am Donnerstag, 4. Oktober, 17:30 Uhr sowie am Freitag, 5. Oktober, 12:00 Uhr finden im neuen Shop, Bergmannstraße 15, Informationsverantaltungen statt.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Oktober 2018.