Hauptsache nicht in aller Stille

Die Zeiten, in denen nach der überraschenden Schließung eines Ladens oder einer Kneipe nur ein kleiner Zettel mit der Aufschrift »Geschlossen wegen Geschäftsaufgabe« von den Hintergründen kündet, scheinen so langsam der Vergangenheit anzugehören. Initiativen wie »Bizim Kiez«, vor fünf Jahren gegründet, um einen Obst- und Gemüseladen im Wrangelkiez zu retten, haben dafür gesorgt, dass die Nöte von Gewerbemietern endlich nicht mehr als bedauerliche Einzelschicksale wahrgenommen werden, sondern öffentlich zur Sprache kommen. Denn das Problem ist ja nicht, dass Einzelhändler und Wirte zu blöd zum Wirtschaften wären – das Problem ist, dass es im Gewerbemietrecht außer »dem Markt« kein Regulativ gibt, ortsübliche und angemessene Mieten sicherzustellen. Einstweilen hilft hier wohl nur öffentlicher Druck – mehr jedenfalls als ein Untergang in aller Stille.

Erschienen in der gedruckten KuK vom Juli 2020.

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